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Kiula und Jack

Kiula und Jack

 

Jack liebte das Meer und das Surfen auf den Wellen. Der 20-jährige Mann kam eigentlich aus London, fühlte sich jedoch in der Stadt nicht wohl. So zog er nach Ambel bei Newcastle, wo er sich ein Haus mietete. Dies wurde ihm aber in erster Linie durch seinen Vater möglich, der durch seinen Job als Professor an einer Londoner Universität das nötige Kleingeld hatte, um seinem Sohn die Kaution für das Haus zu bezahlen. Jack arbeitete in einem Büro des Gemeindeamtes von Ambel. Er hätte nie geahnt, dass er schon bald mit magischen Welten in Berührung kommen würde.

 

An einem schönen Sommertag war Jack wie so oft am Meer. Alle warnten ihn aber davor, an diesem Tag surfen zu gehen, weil es eine Sturmwarnung gab. Aber Jack blieb gelassen und ließ sich nicht davon abbringen. Er wagte es und dachte sich, er würde es schon schaffen. Doch plötzlich wurde der Wellengang höher, der Wind wurde stürmischer und plötzlich verlor Jack die Kontrolle über sein heißgeliebtes Surfbrett. Der junge Mann fiel vom Surfbrett ins Meer. Die Wellen waren stärker als er. Plötzlich fühlte Jack, wie ihn eine zarte Hand an die Wasseroberfläche zog. Jemand hatte ihn vor dem Ertrinken gerettet. "Wer war das?" Fragte Jack verdutzt. "Blick Dich doch mal um!" Sagte eine Stimme. Jack schaute um sich und glaubte nicht was er da sah. Auf einer Welle ritt am Rücken liegend eine Nixe! "Moment mal!" sagte Jack. "Träum ich jetzt, oder was ist hier los? Das kann doch nicht sein! Dieser Meerestripp hat mir heute wohl nicht gut getan. Jetzt beginne ich schon zu fantasieren!" "Beruhige Dich! Du bist wohlauf und Du täuschst Dich nicht. Ich bin wirklich und wahrhaftig eine Nixe!" "Mein Name ist übrigens Jack. Und wie heißt Du?" "Mein Name ist Kiula. Ich bin eine der Töchter des großen Königs und Meereszauberers Kishu. Mein Vater ist auch vergleichbar mit Merlin bei Euch an Land. Mein Vater ist zwar mächtig aber stets gutmütig. "Kiula hast Du mir gerade das Leben gerettet?" Sie nickte. "Ich danke Dir vielmals! Darf ich Dich umarmen?" Er umarmte die Nixe als Dankeschön und sie gab ihm einen zärtlichen Kuss auf die Wange. "Oh! Kannst Du nicht mit mir kommen, in die Menschenwelt?" Jack spürte, dass es um ihn geschehen war. Es war Liebe auf den ersten Blick, und mit dem Küsschen, dass Kiula ihm gab, hatte sie ihn zusätzlich noch verzaubert und den Kopf verdreht. Ja, Jack hatte sich in Kiula verliebt. Er konnte das alles noch gar nicht glauben. Aber es war so, er musste es sich eingestehen. Wenn Jack auf sein Herz hörte, dann spürte er es. Es war Liebe. Er verliebte sich soeben in eine Nixe! "Und? Sehen wir uns irgendwann mal wieder?" "Klar! Ich bin ja öfters hier am Meer und surfe. Außerdem habe ich gleich in der Nähe vom Strand ein Häuschen." "Oh cool! Und nun bringt Dich Delfou wieder an den Strand zurück." "Wer ist Delfou?" "Das wirst Du dann gleich sehen." Die Nixe Kiula tat einen Pfiff, und auf einmal kam blitzschnell ein Delfin über die Wellen geschossen. "Das ist Delfou?" "Ja, ein Delfinweibchen. Sie ist meine beste Freundin und hilft mir immer wenn ich sie brauche. Und dafür bin ich wiederum für die Anliegen der Delfine hier im Meer zuständig." Die Delfindame reichte dem jungen Mann ihre Flosse. "Nun nimm die Flosse! Das ist so, als wie wenn Du die Hand schütteln würdest." Kiula lächelte Jack an, während sie dies sagte. Jack tat so wie ihm geheißen, und begrüßte Kiula's Freundin Delfou. "Delfou? Bringst Du diesen lieben jungen Mann, namens Jack bitte wieder an den Strand zurück? Ich habe schon dafür gesorgt, dass sein Surfbrett an den Strand gespült wird. Er wird es dort vorfinden." Delfou willigte ein und Jack sagte: "Danke liebe Kiula. Wann sehen wir uns wieder?" Sein Herz raste. "Das würde mir niemand glauben, nicht einmal mein bester Freund Ron. Ich bin einer Nixe begegnet. Die würden mich alle für verrückt halten!" dachte Jack. "Wir können uns schon morgen wieder sehen, wenn Du möchtest lieber Jack. Aber was hast Du da gerade gedacht?" "Ach Kiula, was soll ich denn gedacht haben?" "Ich spüre es, dass Du etwas gedacht hast, und ich glaube, ich habe auch gelesen, bzw. gehört, was Du dachtest. Du denkst, alle würden Dich für verrückt halten." "Was? Du liest einfach in meinen Gedanken? Was erlaubst Du Dir da eigentlich?" Jacks Empörung war groß. "Jack! Das war nicht absichtlich! Das können Nixen, besonders jene, die einen sehr mächtigen Zauberer als Vater oder in der Familie haben. Man hört als Nixe die Gedanken rundum, von allen Lebewesen, egal ob von Menschen, oder Meerestieren oder von... was auch immer!" "Das ist ja interessant! Oh, dann muss ich wohl aufpassen, was ich denke, wenn Du bei mir bist." "Ja, das solltest Du wohl. Und nun, lebe wohl." "Halt Kiula! Kann ich Dich rufen, wenn ich Dich sehen will, sobald ich wieder im Meer bin?" "Delfou ist auch meistens hier in diesem Meeresabschnitt unterwegs. Sobald Du da bist, wird sie mich schon holen." "Ich hoffe es. Ich will Dich nämlich nicht verpassen." "Oder Du malst einfach die Buchstaben meines Namens mit den Fingern ins Wasser und denkst fest an mich. Dann höre ich das und komme zu Dir. Du bist kreativ Jack. Lass Dir was einfallen! Es wird garantiert funktionieren!" "Gut danke Kiula. Tschüss bis morgen!" "Bis morgen Jack!" Kiula sah Jack lange nach, wie er von Delfou zum Strand zurückgebracht wurde. Er schwamm hinter Delfou her und hatte Vertrauen zu ihr, weil sie die beste Freundin von seiner neuen Liebe Kiula war. Im seichten Wasser hielt sie an und Jack ging an den Strand, wo er auch sein Surfbrett fand, sowie es Kiula versprochen hatte.

 

Abends traf er sich mit ein paar Freunden in einer Kneipe. Ron war auch dabei. "Heh Jack! Du warst doch nicht etwa surfen heute? Ist doch viel zu gefährlich!" sagten seine Freunde. "Doch, ich war surfen." gestand Jack. "Dann ist es ja ein Wunder, dass Dir nichts passiert ist!" sagte Ron. "Ich wäre auch fast ertrunken." beichtete Jack und fügte noch hinzu: "Aber, es hat mich jemand gerettet." "Wer denn?" fragte David, ein weiterer Kumpel. "Ähm, dass kann, bzw. will ich Euch nicht sagen." "Nun raus mit der Sprache Jack! War's vielleicht eine Attraktive Frau, in die Du Dich dann verliebt hast?" fragte ein anderer. Jack druckste und stotterte nur herum und schließlich sagte er: "Ich kann es Euch nicht sagen. Ihr würdet mich für nicht normal halten." Ron sagte schließlich: "Ach Leute hört auf! Es bringt doch sowieso nichts. Wenn er es nicht sagen will, dann soll er es lassen! Ihn dazu zu zwingen bringt gar nichts!" "Ja, da hast Du schon recht Ron, aber seien wir uns doch ehrlich, Dich würde es doch auch interessieren oder? Es wird ja Zeit, dass Jack eine Freundin findet." sagte George. "Ja schon, aber lass ihn doch! Wir müssen froh sein, dass ihm nichts passiert ist!" erwiderte Ron und Jack war froh, dass sie nicht weiter bohrten.

 

Am nächsten Tag ging Jack wieder zum Meer. Es war Samstag, der Wellengang war ruhiger und die Sommersonne brannte vom Himmel. Auf einmal war im Meer deutlich die Silhouette einer Frau, bzw. einer Nixe zu sehen. "Hi Jack!" sagte sie, und es war tatsächlich Kiula. "Komm mit! Ich zeige Dir eine Bucht, wo Du auf tollen Wellen reiten kannst. Dort ist Delfou auch oft." "Oh cool!" Jack ging ins Wasser und gemeinsam schwammen sie übers glasklare Wasser davon.

 

Einige Tage später hatte Jack einen interessanten und seltsamen Traum. Er träumte vom tiefblauen Meer und von Kiula. Jack träumte, dass er von ihr einen Zauberumhang bekam, mit dem er auch unter Wasser ganz normal atmen konnte. Es war so, dass Kiula's Vater Kishu und ihre Schwestern Flossalia und Atlantika den netten jungen Mann unbedingt kennen lernen wollten. Dies teilte Kiula Jack mit, als sie ihm den Zauberumhang überreichte. Außerdem sagte sie: "Mit diesem Umhang passiert Dir unter Wasser nichts, Du kannst nicht ertrinken und kannst ganz normal atmen, sowie Du es an Land gewohnt bist." "Interessant!" sagte Jack und zog sich den Umhang über. "Der Umhang steht Dir sehr gut! Da hatte Vater aber eine gute Idee! So, und jetzt los! Das Surfbrett kannst Du hier am Strand lassen." Kurz darauf tauchten beide in die Tiefe hinab. Dann war alles kurz verschwommen vor Jacks Augen. Doch dann sah Jack plötzlich alles noch viel heller als davor. Er lernte eine für ihn völlig neue Welt kennen. Jack und Kiula kamen zu einem Unterwasser-Kristallpalast. "In diesem schönen, glitzernden Palast wohnen wir Jack." sagte Kiula. Danach schwammen sie in den Wasserpalast. Der Eingang war sowie eine Grotte. Plötzlich hörten sie beide eine donnernde Stimme. "Hallo da bist Du ja!" Jack erschrak. "Wer ist das?" fragte er etwas ängstlich. "Das ist mein Vater. Und da hinten, siehst Du die 2 anderen Nixen? Das sind meine Schwestern Flossalia und Atlantika." "Oh sind die schön! Aber Du Kiula bist die schönste überhaupt!" sagte Jack. Dann meldete sich Kishu zu Wort: "Guten Tag junger Mann! Ich bin Kishu, König und Zauberer des Meeres." Während er dies sagte, schaute er Jack von oben bis unten prüfend an. Kishu sprach weiter: "Nun, Du hast Dich also in meine Tochter verliebt." "Guten Tag sehr geehrter König! (Jack verbeugte sich). Ja es stimmt, dass ich mich in ihre Tochter verliebt habe. Sie ist eine wunderschöne Prinzessin." "Wie fühlst Du Dich hier unten? Hab Dir extra einen Zauberumhang organisiert, damit Du uns auch besuchen kannst." "Das ist sehr liebenswert von Ihnen Majestät! Schön haben Sie's hier! antwortete Jack und verbeugte sich abermals. "Hallo! Was, bzw. wen hast Du denn da mitgebracht Kiula? Das ist ja ein Traum von einem Mann!" sagte Flossalia und schwamm um Jack herum. "Hör auf!" sagte Kiula. "Das ist mein Traummann!" Flossalia ließ sich nicht so leicht abbringen, und kitzelte Jack mit einer Flosse. Dieser zuckte zusammen. "Du bist sowieso noch zu jung für einen Mann!" sagte Atlantika, ihre Zwillingsschwester. Flossalia warf Atlantika einen finsteren Blick zu und sagte: "Was soll das heißen ich bin noch zu jung? Bist Du ja selber auch noch. Immerhin bist Du nur 1-2 Minuten älter als ich!" "Hört auf zu streiten!" ertönte die donnernde Stimme des Vaters. "Aber wirklich! Ihr seid so kindisch! Was soll denn unser Gast davon halten, wenn Ihr da so einen Zickenkrieg veranstaltet?!" entgegnete Kiula wütend. Nun kam Jack endlich wieder einmal zum Reden: "Was? Deine Schwestern sind Zwillinge?" Kiula seufzte: "Ja, aber es ist nicht immer so einfach die große Schwester zu sein!" "Nun entspanne Dich meine Süße!" sagte Jack und legte den Arm um sie. Nach einiger Zeit sagte Kiula: "So Jack und nun komm mit! Ich zeige Dir meinen Lieblingsplatz!" In der Nähe des Schlosses befand sich eine Insel unter Wasser. Aus einem Felsen auf dieser Insel sprudelte eine warme Wasserquelle. "Hier bade ich gerne." sagte Kiula, und auch Jack war von der Insel und der warmen Quelle ganz begeistert! "Das ist sozusagen Deine Badeinsel stimmt's?" "Ja Jack Du hast Recht." Beide lachten, planschten und hatten viel Spaß miteinander. Jack dachte, dass es so wunderschön hier unten war, und auch das Wissen darüber, dass es noch etwas anderes, als die normale Menschenwelt gab freute ihn sehr. Kiula dürfte seine Gedankengänge wieder gehört haben und ein Lächeln umspielte ihre Lippen.

 

Nach einiger Zeit hieß es wieder Abschied nehmen. Delfou kam, und hatte wieder die Aufgabe, Jack zu begleiten. Schließlich war es Kiula sehr wichtig, dass Jack wieder heil in der Menschenwelt ankam. "Besuch uns bald wieder Jack. Ich werde heute mit meinem Vater darüber reden, ob er mich in eine Menschenfrau verwandelt." "Ist okay." Jack küsste Kiula leidenschaftlich zum Abschied. Sie konnten sich fast nicht voneinander losreißen, aber es musste sein, denn der Traum würde bald zu Ende gehen. So ließ er seine Liebe nur ungern im Unterwasserreich zurück und nachdem Jack sich auch von Kishu, Flossalia und Atlantika verabschiedete, folgte er Delfou in Richtung Wasseroberfläche und Menschenwelt. Als Jack wieder am Ufer war, schnappte er sein Surfbrett, und in dem Moment wachte er auf. "Was war denn das?" fragte er sich. "Ich war im Wasser und habe Kiula im Unterwasserreich besucht und ihre Familie kennen gelernt!" Er griff neben sich, und da lag er, der Zauberumhang. "War es also doch kein Traum? Wie soll ich das verstehen?"

 

Dann war es Zeit zum Aufstehen. Er musste in die Arbeit, ins Büro. Aber Jack konnte sich nur schwer auf seine Arbeit konzentrieren. Er musste sich wirklich zusammenreißen, um keine Fehler zu machen. Immerzu musste Jack an Kiula, an die zauberhafte Unterwasserwelt und an Kiula's Familie denken. In der Pause kam eine Kollegin zu ihm und fragte: "Hi Jack, hätten Sie mal Lust mit mir auszugehen? Oder wir könnten zumindest mal nach der Arbeit in eine der vielen Strandcafés gehen, und dort etwas trinken." Sie lächelte ihn charmant an. "Nein danke Melissa." "Ach Jack warum denn nicht? Nur mal so ganz gemütlich ein Treffen zwischen 2 Arbeitskollegen." "Hm." brummelte Jack und Melissa sagte: "So, ich muss jetzt wieder an die Arbeit. Sie können ja jederzeit auf mein Angebot zurückgreifen." Dann ging sie. Jack atmete tief durch. "Wenn ich mich nicht schon in Kiula verliebt hätte, hätte ich mich jetzt wahrscheinlich in Melissa verliebt." Dachte Jack. Nach der Arbeit ging er in Melissas Büro und sagte: "Hallo Melissa. Ich habe mir die Sache noch einmal überlegt und bin zum Entschluss gekommen, dass gegen ein freundschaftliches Treffen nichts einzuwenden ist." Melissa freute sich sichtlich darüber und sagte: "Schön! Ich hätte jetzt Zeit. Sie auch?" "Ja, eigentlich schon, aber nicht sehr lange." erwiderte Jack. Er wollte heute ja schließlich noch Kiula sehen. Jack und Melissa beschlossen ein Eis essen zu gehen.

 

Nach dem gemütlichen Plausch mit Melissa im Eissalon musste er noch eine Kleinigkeit einkaufen gehen. Nachdem Jack seine Einkäufe zuhause abgeliefert hatte, schlenderte er wieder zum Meer. Am Strand empfing ihn, im seichten Wasser sitzend Kiula. "Hallo Jack! Wie hat es Dir heute Nacht gefallen? Den Umhang haben wir Dir mitgegeben, damit Du weißt, dass es wirklich kein Traum war. Du warst bei mir in der Nacht. Mein Vater ist ganz begeistert von Dir. Er würde mich auch in eine Menschenfrau verzaubern, unter einer Bedingung. Du musst ihm/uns einen großen Gefallen tun." "Und der wäre?" Du musst meine Mutter finden." "Was? Deine Mutter? Wo soll sie denn sein?" "Ein böser Zauberer hat sie einmal aus dem Meeresreich entführt, und in eine Menschenfrau verwandelt. Sie soll mit ihm angeblich in der nächstgrößeren Stadt leben, also in Newcastle." "äääähm okay, aber wie erkenne ich diese Frau?" "Naja also, sie sieht ungefähr so aus wie ich, nur mit dem Unterschied, dass sie 20 Jahre älter ist." "Aha, also in Newcastle wohnt sie jetzt sagst Du? Also nicht mehr hier in Ambel?" "Genau kann ich Dir auch nicht sagen, wo sie wohnt. Mein Vater fand nur mal heraus, dass sie in Newcastle wohnen soll. Dort soll es angeblich auch ein verborgenes, magisches Reich geben. Der böse Zauberer ist in Eurer Menschenwelt auch ein normaler Mann, zumindest tut er so glaub ich." Jack musste sich erst daran gewöhnen, dass es mehrere Welten gab, und nicht nur die Menschenwelt. "Ja aber ihr müsst mir schon helfen, wie ich sie finden kann!" "Tut mir leid Jack, aber das ist eben Deine Aufgabe." "Ja, aber wie soll ich das denn machen?" "Du bist ein kluger Mann Jack! Ich darf Dir jetzt leider nicht mehr weiterhelfen." Als Kiula gerade davonschwimmen wollte, hielt Jack sie auf und sagte: "Moment! Kiula! Halt! Warte!" "Was ist denn noch?" "Wie heißt Deine, bzw. Eure Mutter? Den Namen hast Du mir noch nicht verraten." "Jack, meine Mutter heißt Korallie." "Aha, interessant, sowie die Koralle, nur mit ie zum Schluss. In der Menschenwelt ist der Name anders geläufig, und zwar mit C und einem L, also Coralie." "Ich hab jetzt noch einiges zu tun Jack. Bis später vielleicht ja?" "Bleib doch noch ein Bisschen bei mir Kiula! Was ist denn heute los mit Dir? Heute liegt etwas Trauriges in Deinem Blick. Was hast Du denn?" Er nahm sie in den Arm und Kiula sagte schluchzend: "Jack, ich habe das Gefühl, dass Dir eine andere Frau bei Dir in der Menschenwelt den Kopf verdrehen will! Das macht mich so traurig, und ich habe Angst, Dich zu verlieren! Ich liebe Dich Jack!" "Ich liebe Dich auch Kiula! Du wirst mich nicht verlieren, weil Du mein einzigwahrer Liebling bist! Das verspreche ich Dir! Ich habe mich heute nur freundschaftlich mit einer Arbeitskollegin namens Melissa getroffen und wir haben ein Eis gegessen." Jack war es wichtig, Kiula die Wahrheit zu sagen. Kiula antwortete daraufhin: "Okay Jack, solange es freundschaftlich bleibt, ist es für mich okay. Aber lass Dir von Ihr nicht den Kopf verdrehen." "Du brauchst keine Angst haben mein Schatz! Jetzt will ich versuchen, Eure Mutter zu finden und ich werde Dir beweisen, dass ich Dich bedingungslos liebe!" "Okay." sagte Kiula mit einem zarten Stimmchen und kuschelte sich an ihn. Dann küssten sie sich. Und wieder konnten sie sich nur schwer voneinander trennen. Aber Kiula hatte im Meer noch zu tun und Jack musste seine Aufgabe erledigen, um Kiula ganz für sich zu gewinnen. Nach der letzten Umarmung und einem Abschiedskuss ging jeder seine Wege.

 

Jack stieg ins Auto, das er nur sehr selten benutzte, eben immer nur, wenn er wirklich in die Stadt musste. Er war völlig planlos und wusste nicht, wie und wo er mit der Suche beginnen sollte. In Newcastle angekommen, setzte Jack sich in ein Kaffeehaus. Er musste nachdenken, und sich eine Strategie überlegen.

 

Nachdem er seinen Kaffee ausgetrunken hatte, spazierte Jack planlos weiter, und kam in eine Parkanlage. Dort gab es auch einen Teich. In der Nähe des Teiches saß auf einer Bank eine Frau, so um die 40, und ein Mann saß neben ihr. Jack hatte das Gefühl, dass den Mann eine mystische Aura umgab. Der Mann flüsterte ihr dauernd etwas ins Ohr. Jack musste näher hingehen, um den Mann zu verstehen. Die Frau hatte ihren Blick sehnsüchtig auf das Wasser gerichtet, so als hätte sie mit dem Element Wasser eine besondere Verbindung. Langsam dämmerte es Jack, dass sie eventuell die Mutter von Kiula, Flossalia und Atlantika sein könnte. Nun wollte er aber erst mal hören, was der Mann neben ihr flüsterte. "Kora wann wechselst Du denn endlich mit mir auf die andere Seite?" fragte dieser. Jack wurden plötzlich 2 Dinge klar: 1. Die Frau, die Kora genannt wurde, sah Kiula sehr ähnlich und es schien ihre Mutter Korallie zu sein. Kora war, so vermutete Jack nur die Abkürzung des eigentlichen Namens. Und 2. mit der anderen Seite meinte der Mann wahrscheinlich die dunkle, schwarzmagische Seite. Jack war klar, dass er so schnell wie möglich mit der Frau reden musste. Zunächst verfolgte er aber weiter die Unterhaltung der beiden. Die Frau antwortete: "Ich will das nicht! Ich will nicht auf die dunkle Seite! Ich will außerdem auch nicht mehr länger mit Dir zusammen sein! Ich möchte, dass Du mich sofort wieder in eine Nixe verwandelst!" Nun war es Jack erst recht klar, dass er hier bei der richtigen Frau war und er hoffte, dass er bald die Gelegenheit bekommen würde, um mit ihr zu sprechen. Nun sprach der Mann weiter: "Das werde ich nicht tun! Und rede nicht so laut! Schau mal, da ist ein Mann, der schaut uns schon ganz groß an!" "Soll er doch! Ist mir doch egal! Er könnte ja denken, wir machen ein Rollenspiel." Jack konnte es kaum mehr erwarten, ein Gespräch mit der Frau zu führen. Als die beiden eine Sprechpause machten, sah Jack, dass es Zeit war, das Wort an die Dame zu richten. Vorher stellte Jack sich eine Hülle aus Licht um sich herum vor, als Schutz vor dem bösen Zauberer. Dann trat er näher an die Frau heran und sagte: "Guten Tag gnädige Frau! Mein Name ist Jack. Dürfte ich Sie bitte kurz sprechen?" "Geh weg und lass meine Frau in Ruh! Die gehört mir!" schimpfte der Mann neben ihr. "Heh heh! Jonathan, Du musst doch nicht gleich so aggressiv werden! Er hat doch nur freundlich gefragt, ob er mit mir sprechen darf!" "Ähm, würden Sie bitte kurz weggehen? Ich möchte mit Ihrer Frau alleine sprechen!" "Nein, kommt gar nicht in Frage! Ich bleibe hier sitzen!" "Ein Vieraugengespräch wäre aber wichtig! Wie machen wir das am besten? Ich muss Sie nämlich etwas fragen." "Jonathan, geh bitte mal weg. Du könntest ja eine Runde spazieren gehen oder so. Bewegung tut Dir gut und der junge Mann will bestimmt nichts Schlimmes fragen!" "Wer weiß!" sagte Jonathan, und warf Jack einen düsteren Blick zu. "Nun mal langsam, langsam Freundchen, nicht gleich so aggressiv!" sagte Jack, und näherte sich mutig der Frau. "Um was geht's denn?" fragte die Frau. Jonathan stand jetzt etwas abseits. Er spürte, dass Jack von einer Hülle aus Licht umgeben war, und Licht verabscheute Jonathan. Jack antwortete: "Eine Frage hätte ich da. Sagt Ihnen der Name Korallie etwas? Der Name wird tatsächlich mit Doppel-L und K geschrieben." "Sie meinen so wie Koralle, nur mit Ie zum Schluss?" Jack nickte. Bevor die Dame etwas erwidern konnte, mischte sich Jonathan ins Gespräch ein. "Wie können Sie es wagen, meine Frau mit so einer blöden Frage zu konfrontieren?!" "Das war keine blöde Frage! Jack hat mir eine gute und berechtigte Frage gestellt, und ich kann sagen: Ja, ich kenne diese Frau, denn ich..." "Hältst Du den Mund!" unterbrach Jonathan und legte seine Hand auf den Mund der Frau. "Jetzt lassen Sie die Frau doch mal ausreden!" Jack gab Jonathan einen Klapps auf die Hand. Er wurde schön langsam grantig, weil dieser Dreckskerl sich dauernd ins Gespräch einmischte. "Was fällt Ihnen ein, den Ehemann dieser Frau, also mich zu schlagen?!" "Nicht doch! Das war doch nur so ein kleiner Klapps! Er hat Dich nicht geschlagen. Der Klapps kann Dir doch nicht wehgetan haben! Du bist doch auch sonst immer so mächtig! Aber eigentlich bist Du nicht mehr als ein böser Nichtsnutz!" Nachdem die Frau dies sagte, stand sie auf, hängte sich bei Jack ein und beide liefen davon. Sie wollten ungestört reden und Jack spürte genau, dass er die richtige Frau gefunden hatte.

 

In einem Café ließen sie sich nieder. Jack sagte: "Also, nun erzählen Sie!" "Ich bin Korallie. Ich bin in Wirklichkeit eine Nixe. Sie werden mich jetzt vielleicht auslachen, aber es ist wirklich so!" erwiderte die Frau flüsternd. "Oh nein! Ich lache Sie nicht aus, ganz im Gegenteil, ich freue mich sogar, dass ich Sie gefunden habe! Sie werden schon vermisst, im Unterwasserreich. Ich habe mich in ihre Tochter Kiula verliebt. Ihr Vater hat gesagt, sie kann nur dann mit mir zusammen sein, wenn ich es schaffe, Sie, liebe Korallie zu finden." "Tatsächlich?" fragte Korallie verwundert und erfreut zugleich. "So schnell wirst Du mich nicht los!" donnerte plötzlich eine Stimme. Jack und Korallie wurden schon wieder von Jonathan unterbrochen. Er stand hinter ihnen und sagte: "Ich habe Euch belauscht!" Korallie antwortete: "Du wirst mich nicht länger an der Nase herumführen Freundchen! Du wirst mich jetzt wieder schön brav in eine Nixe verwandeln! Hast Du verstanden?" "Das werde ich nicht! Aber Du wirst jetzt schön mit mir mitkommen!" "Nein, ich hab mir gerade einen Kaffee bestellt!" In dem Moment kam auch schon die Kellnerin und brachte den Kaffee für Korallie. Zum Kaffee gab's auch ein Glas Wasser. Plötzlich zog Jonathan ein Fläschchen aus seinem Umhang und tat etwas ins Wasser seiner "Partnerin". Jack sah das und sagte: "Nicht trinken Korallie! Er hat Dir etwas ins Wasser getan, irgendwelche Tropfen!" "Oh, wahrscheinlich diese schwarzmagischen KO-Tropfen, von denen man die Kontrolle verliert und böse wird." "Trink schön, meine Süße! Dann wirst Du schon sehen, was mit Dir passieren wird und wohin Du wirklich gehörst!" "Trink es nicht!" "Und Du hältst den Mund Jack!" "Hört auf zu streiten! Ich trinke es nicht Jonathan! Und nun mach Dich endlich aus dem Staub!" Das Wasser hatte sich mittlerweile ganz schwarz verfärbt. Jack machte eine Geste, um der Kellnerin zu deuten, nochmals an den Tisch zu kommen. Er sagte: "Bringen Sie bitte der Dame ein frisches Glas Wasser." "Das waren meine letzten Tropfen die wirst Du gefälligst trinken Korallie!" wetterte Jonathan. Aber Korallie und Jack ignorierten ihn und die Kellnerin tauschte das Wasser problemlos aus. Jack hoffte, dass Korallie nun in Ruhe ihren Kaffee genießen konnte. Plötzlich randalierte Jonathan im Café. Er wollte nicht, dass Jack bei seiner Angetrauten, wie er sie nannte, saß. Das ging so weit, dass die Chefin des Cafés die Polizei holte. Jonathan wurde zur Sicherheit von der Polizei verhaftet, und in ein Gefängnis gebracht. Man traute ihm zu, dass er seine "Partnerin" verletzen könnte, denn es gab schon öfter Streitigkeiten bei den Beiden.

 

Als wieder Ruhe einkehrte, begann Jack wieder mit Korallie ein Gespräch. "Nun, wo wohnen Sie eigentlich?" "Ach, ich wohne in einer Wohnung, die sich in einem Hochhaus befindet. Dort befindet sich auch dieses Tor ins magische Reich, aus dem Jonathan kommt, und wo er mich auch hinbringen versucht. Er möchte, dass ich zur dunklen Seite wechsle." "Das möchten Sie aber nicht oder?" "Das ist richtig Jack, ich möchte nicht auf die dunkle Seite." "Wissen Sie was Korallie? Ich nehme sie jetzt mit nach Ambel, und Sie dürfen diese Nacht bei mir im Gästezimmer übernachten. Und morgen bringe ich Sie dann zu Ihrer Familie."  "Was? Wirklich? Jack, dass wäre wunderbar! Ich danke Ihnen!" Sie stand auf, Jack bezahlte die Rechnung, und sie gingen zu seinem Auto. Gemeinsam fuhren sie wieder in den Vorort von Newcastle, nach Ambel.

 

Als sie bei Jack zuhause ankamen, zeigte er ihr das Gästezimmer und sagte: "So, hier können Sie heute wohnen." Eigentlich wollte Jack an diesem Tag noch ans Meer, aber sowohl Jack als auch Korallie waren ziemlich müde und erschöpft. Besonders für Jack war es ein anstrengender Tag gewesen. Zuerst die Arbeit im Büro, dann das Treffen mit Melissa im Eissalon, als nächstes ein kurzes Treffen mit Kiula, und zu guter Letzt Korallie's Befreiung vom bösen Zauberer Jonathan. Er fiel todmüde ins Bett.

 

Als Korallie am nächsten Morgen erwachte, war Jack nicht da. In der Küche fand sie einen Zettel auf dem stand: "Musste leider ins Büro." Während Jack in der Arbeit war, half Korallie ihm ein Bisschen im Haushalt. Schließlich wollte sie das Haus sauber hinterlassen. Außerdem musste sie sich beschäftigen, damit die Zeit schneller verging. Sie konnte es kaum mehr erwarten ins Meer zum Rest ihrer Familie zu kommen.

 

Am Nachmittag war es endlich soweit. Gleich nachdem Jack aus dem Büro nach Hause kam, packten sie die Sachen und liefen zum Meer. Jack bedankte sich bei Korallie für ihre Hilfe im Haus. Als sie beim Meer angekommen waren, blieb Korallie zuerst einmal etwas abseits hinter einem Gebüsch. Jack ging ins Wasser und malte mit einem Finger "Kiula" auf die Wasseroberfläche und dachte ganz fest an sie. Nur wenige Minuten später war Kiula auch schon da. "Jack mein Lieber! Da bist Du ja! Ich habe Dich so vermisst!" Sie küssten sich so wie immer leidenschaftlich. "Kiula stell Dir vor, ich hab sie gefunden!" "Wen?" "Na Deine Mutter!" "Was? Wo ist sie?" Korallie kam hinter dem Gebüsch hervor. "Mutter! Ach, Du bist ja noch ein Mensch!" "Ja, sie muss noch in eine Nixe verwandelt werden. Das müsste aber Dein Vater übernehmen, denn der böse Zauberer weigerte sich. Er wurde in Newcastle verhaftet, weil er in dem Café, in dem wir saßen randalierte." "Ich bin gleich wieder da. Ich muss zu meinem Vater, und ihn über die Neuigkeiten informieren." Nur wenige Augenblicke später war Kiula wieder unter Wasser verschwunden.

 

Nach einer Weile kam Kiula mit einem Zauberumhang im Gepäck zurück. "Jack, ich nehme meine Mutter jetzt mit." Sie legte ihrer Mutter den mitgebrachten Zauberumhang um und führte sie ins Wasser. Doch siehe da, sobald Korallie ins Wasser kam, bekam sie plötzlich Flossen. "Ist der Fluch nun aufgelöst, weil ich es mit Jacks Hilfe geschafft habe, dem Zauberer zu entkommen?" "Das wissen wir noch nicht Mutter. Komm erst mal mit." "Oh meine Tochter, Du bist so groß und schön geworden! Ich habe Dich so vermisst! Wie geht es Deinen Schwestern Flossalia und Atlantika?" "Ja, es geht ihnen gut. Flossalia war etwas neidisch, als ich Jack bei Vater, Flossalia und Atlantika vorstellte. Jack hat auch einen Zauberumhang. Jetzt tauchen wir unter Mutter." Kiula und Korallie hielten sich an den Händen, und ganz sanft und sachte tauchte Kiula mit ihrer Mutter unter. Als beide im Unterwasserschloss angekommen waren, nahm Kishu seine Frau Korallie in die Arme. "Jack ist ein Held! Er hat es geschafft und den richtigen Augenblick ausgenutzt! Nun, ich freue mich, dass Du wieder bei uns bist. Wir müssen Dich nun langsam wieder ans Leben im Meer gewöhnen." Kishu und Korallie küssten sich. Danach richtete Kishu wieder das Wort an Kiula: "Kiula, sage Jack bitte, er soll auch zu uns hinunter kommen. Ich möchte dringend mit ihm sprechen."  Kiula nickte und trieb wieder aufwärts, in Richtung Wasseroberfläche. Sie traf Jack im Wasser beim Surfen an. "Hi Kiula! Was gibt‘s?" "Jack, Du musst mit ins Unterwasserreich kommen. Mein Vater will Dich dringend sprechen." "Ich muss aber erst meinen Umhang holen. So was Blödes! Normalerweise habe ich ihn immer mit, nur heute hab ich ihn vergessen." Jack ging aus dem Wasser, lief ins Haus und kam wenig später wieder mit dem Umhang zurück. Jack streifte den Umhang über und ging zu Kiula ins Wasser. Sie tauchten gemeinsam in die Unterwasserwelt ab. Nun erlebte Jack zum ersten Mal den Ausflug ins Nixenreich im Wachzustand und untertags bei strahlendem Sonnenschein. Als er das erste Mal dort unten war, machte er die Reise in der Nacht, im Traum. "Oh! Wie schön sich die Sonne im Wasser spiegelt!" sagte Jack. Kurz darauf kamen sie auch schon im Palast an. "Hi Jack unser Held!" sagte Kishu. "Ich danke Dir für Dein heldenhaftes Verhalten. Du hast Kiula als Deine Frau wirklich verdient. Pass gut auf sie auf. Ich werde jetzt 2 Zauber durchführen. Einerseits werde ich Kiula in eine Menschenfrau verwandeln, sobald sie aus dem Wasser kommt und festen Boden berührt ist sie ein Mensch. Und andererseits werde ich meine liebe Frau Korallie wieder in eine Nixe zurückverwandeln." "Aber wie kann ich es machen, wenn ich Euch besuchen will?" "Du bekommst, genau wie Dein zukünftiger Mann Jack einen Zauberumhang. Mit diesem kannst Du dann uns jederzeit besuchen." Während Kiula's Vater alles für die magischen Zauber vorbereitete, versammelten sich alle. Auch die Schwestern Flossalia und Atlantika. Sie freuten sich auch, wieder ihre Mutter zu sehen. Diese freute sich auch, umarmte die Zwillinge und weinte ein paar Freudentränen. "Wie lange habt Ihr Euch denn schon nicht mehr gesehen?" "Ach Jack, da waren wir noch ganz klein." Dies sagten Flossalia und Atlantika im Chor, als hätten sie es so abgesprochen. Alle mussten lachen. Flossalia kitzelte ihre Zwillingsschwester Atlantika mit ihren Flossen. "Heh! Was soll denn das? Du kitzelst alle so gern mit Deinen Flossen!" sagte Atlantika. Flossalia entgegnete lachend: "Jaja, kitzeln macht Spaß!" Jetzt mussten wieder alle lachen. "Wie alt wart Ihr denn, als Eure Mutter verschwunden ist?" "3 oder 4. Und unsere große Schwester Kiula war ungefähr 6 oder 7 Jahre alt." "Wow Kiula! Was für eine Ehre, dass Du die große Schwester bist!" "Wie gesagt Jack, es war und ist nicht immer leicht, die große Schwester zu sein. Aber nichts desto trotz war es eine schöne Kinderzeit, obwohl uns Mama immer sehr gefehlt hat." Kiula seufzte.

 

Kishu kam und sagte: "So Mädels, jetzt geht's los! Doch plötzlich brach ein Sturm herein und es gab hohen Wellengang. Interessanterweise gingen alle Lichter im Schloss aus, und der Boden bebte. "Oh nein! Hilfe, ein Seebeben!" schrien die Mädchen. "Nur keine Panik! Ich habe das Gefühl, da ist der böse Zauber von Jonathan im Spiel. Er will verhindern, dass ich meine Frau Korallie wieder in eine Nixe verwandle." sagte Kishu. Er hatte nun erst mal die Aufgabe, das Meer und seine Bewohner wieder zu besänftigen. Außerdem führte Kishu weißmagische Schutzzauber durch. "Kiula, Du bist die Älteste von Euch Schwestern. Besänftige Du die großen Monsterwellen." "Ja, sofort. Und dann will ich noch zu den Delfinen und sie beruhigen." "Jack, Du bleibst hier in Sicherheit, denn Du kennst Dich im Meer nicht aus." Aber gerade Jack war es, der von den Wellen immer weiter vom Palast weggetrieben wurde. "Hilfe!" schrie er. Er hielt sich an einem Stein fest und versuchte still zu stehen. Aber es gelang ihm nicht. Das Meer war so stark, und der Auftrieb war nicht mehr aufzuhalten. Schließlich wurde Jack an den Strand gespült. Dort wartete auf ihn eine böse Überraschung. "So Jack, jetzt werden wir uns einmal sprechen Freundchen! Was fällt Dir ein, meine Frau zu entführen und wieder ins Unterwasserreich zu bringen?!" "Sie hat es verdient. Und außerdem warst Du es, der sie damals entführt hat! Ich habe nur meine Pflicht getan, sie wieder dorthin zurückgebracht wo sie hingehört und habe meinen Lohn verdient! Sie ist nicht Deine Frau, sondern die des Königs Kishu. Ich rate Dir folgendes: Leg Dich nicht mit uns an Jonathan! Kishu ist ein sehr mächtiger Zauberer und König!" "Du bist ein alter Schlappschwanz!" "Nö, dass bin ich ganz sicher nicht! Und alt bin ich mit meinen 20 Jahren schon gar nicht! Außerdem, wenn jemand als Schlappschwanz bezeichnet werden soll, dann bist Du es selber!" Jack blieb ganz cool. und fügte noch hinzu: "Du bist übrigens ein blöder alter Knacker!" Plötzlich hatte Jack eine Idee. Er wollte versuchen, ob er auch zaubern könnte. Er sagte zu Jonathan: "Warte mal, ich will nur etwas probieren." Jack legte eine Hand auf Jonathans Schultern. "Was hast Du vor? Du idiotischer Kerl! Ich möchte Korallie wieder zurück! Bring sie mir! Und ich sorge dafür, dass Du trotzdem Deine Nixe Kiula als Frau bekommst. Ihr müsstet dann halt auch in mein dunkles, magisches Reich!" Jonathan lachte höhnisch. "Nein, das mach ich nicht! Ich möchte lieber was anderes machen. Du wohnst im Meer, dies ist so klar und frisch, äh nein ich probiere es anders. Das Meer, das Meer, es ist so klar und frisch, Du wohnst darin als kleiner Fisch!" Plötzlich stieg Rauch auf, und Jack hielt einen kleinen zappelnden Fisch in seiner linken Hand. Er hatte Jonathan tatsächlich in einen kleinen Fisch verwandelt! "So Jonathan! Jetzt werden wir mal sehen, was Du da jetzt machst, wenn ich Dich ins Meer werfe!" Jack ließ den Fisch im Wasser los, und dieser schwamm drauflos. Er kam im Unterwasserreich an, und versuchte seinem Ärger Luft zu machen. Aber es ging nicht. Sie alle lachten und Vater Kishu machte den kleinen Fisch namens Jonathan im Schloss zu seinem Untertan. Nun hatte er keine Macht und keine Kraft mehr. Jack zog sich wieder den Umhang an und tauchte wieder hinab ins magische Reich der Nixen und Wassergeister, wo er sogleich erfuhr, was aus dem kleinen Fisch Jonathan geworden war. Kishu, Korallie und auch Kiula waren stolz auf Jack, weil er die Verwandlung hinbekommen hatte. Er wurde als großer Held gelobt. "Du hast magische Kräfte in Dir!" sagte Kiula's Vater. Korallie stimmte zu. Kiula war am meisten stolz auf ihren Liebling Jack. Und so hielt Kishu sein Versprechen. Als das Meer wieder ruhig war, sagte er: "Nun lasst uns zusammen kommen zu einem großen Fest! Und ich werde im Rahmen dieses Festes, in einer Zeremonie die beiden Zauber durchführen. Jack Du bist unser Held des Tages und stets ein gern gesehener Gast mit Deiner zukünftigen Frau, meiner Tochter Kiula." "Das ist unsere Tochter!" verbesserte Korallie. "Ja, hast schon recht!" gab Kishu zurück.

 

So war es dann auch. Es wurde ein großes Fest gefeiert. Die Zauber wurden vollzogen, und Jonathan der Fisch musste zusehen und konnte nichts, aber wirklich nichts dagegen tun. Aber nicht nur die magische Zeremonie war Bestandteil des Festes, nein auch die Verlobung von Jack und Kiula. Jack stellte Kiula die alles entscheidende Frage: "Liebe Kiula! Willst Du mich heiraten?" "Ja, ich will!" antwortete Kiula laut, umarmte und Küsste Jack und die Festgäste applaudierten. Natürlich wurde auch Jack als Held gefeiert, weil er Korallie ins Nixenreich zurückgebracht, und Jonathan in einen kleinen Fisch verzaubert hatte. Korallie's Ankunft war auch ein Grund zum Feiern. Nach dem Fest verabschiedeten sich Jack und Kiula von allen Gästen und trieben aufwärts. Jack wollte Kiula sein Haus zeigen. Es war für sie ein eigenartiges Gefühl auf festem Boden zu stehen, aber Kiula wusste, mit Jack an ihrer Seite konnte ihr nichts passieren.

 

Endlich waren Kiula und Jack bei ihm zuhause angekommen. Vor seiner Haustür fand Jack einen Brief. "Eigenartig! Wer schreibt mir denn?" dachte Jack. Während sich Kiula im Bad duschte, öffnete Jack den Brief. Das Papier war mit Herzchen verziert. Er las:

"Lieber Jack!

Ich habe den Plausch mit Dir im Eissalon sehr genossen. Können wir das wiederholen? Der eigentliche Grund, wieso ich Dir schreibe ist, dass ich Dir etwas gestehen muss. Jack, ich habe mich in Dich verliebt!

viele Tausend Küsschen

                        Deine Melissa"

Jack schlug die Hände vor seinem Gesicht zusammen. Da hatte er sich gerade erst verlobt, und dann eröffnete ihm Melissa, dass sie sich in ihn verliebt hatte! Als Kiula aus der Dusche kam, hatte Jack den Brief schon längst versteckt. Kiula fand ihren Verlobten nachdenklich im Wohnzimmer, auf dem Sofa sitzend vor. "Was ist denn los Darling?" fragte sie einfühlsam, setzte sich neben ihn und streichelte ihm über den Kopf. "Ach nichts Süße!" sagte Jack und nahm Kiula in den Arm. "Jack wo darf ich denn schlafen? Denn wie ich gesehen habe, hast Du noch kein Doppelbett." "Du darfst im Gästezimmer schlafen." "Okay. Aber nun sag schon, was jetzt mit Dir los ist Jack. Bitte!" "Liebling, dass ist jetzt nicht wichtig. Wichtiger ist doch, dass wir endlich zusammen, und verlobt sind." Er küsste sie. Sie seufzte und sagte: "Nun gut, wenn Du nicht darüber reden willst, will ich Dich auch nicht nerven." Sie kuschelten noch eine Weile am Sofa und gingen dann schlafen.

 

Als Jack am nächsten Morgen ins Büro kam, fand er auf seinem Schreibtisch eine kleine Packung I-Love-Milka-Herzen vor. In der Pause rief er Melissa an und bat sie, mal zu ihm ins Büro zu kommen. Er musste unbedingt mit ihr reden. Kurze Zeit später klopfte es auch schon und Jack sagte: "Herein!" Melissa steckte den Kopf zur Tür herein und kam erwartungsvoll näher an seinen Schreibtisch heran. Jack räusperte sich und sagte: "Hm, Melissa, die Sache mit dem Brief und den Milka-Herzen finde ich ja ganz süß von Dir, aber..." "Aber was?" unterbrach Melissa. "Aber es wird nichts aus uns zwei." In Melissa brach eine Welt zusammen. Das sah Jack in ihrem Gesichtsausdruck. Sie musste sich beherrschen, um nicht zu weinen und fragte: "Wieso Jack? Wieso wird's nichts mit uns?" Jack seufzte tief. "Melissa, es ist so, dass ich seit gestern verlobt bin." "Oh, dass muss ich nun aber erst mal verdauen!" sagte Melissa und lief aus seinem Büro. Kurze Zeit später kam Cathy, eine andere Kollegin in Jacks Büro und fragte: "Jack, weißt Du was mit Melissa los ist? Man hört sie nämlich auf der Damentoilette weinen." "Die Sache geht nur Melissa und mich was an. Und jetzt entschuldige mich!" Sagte Jack kühl. Cathy raute sich nichts mehr zu sagen und verließ sein Büro. Cathy beobachtete wie Melissa verheult aus der Damentoilette kam. Bevor sie jedoch in ihrem Büro verschwinden konnte, fing Cathy sie ab und fragte: "Was ist denn los Melissa?" "Ich habe Liebeskummer. Mehr sage ich jetzt nicht dazu." antwortete Melissa und verschwand in ihrem Büro.

 

Unterdessen, während Jack im Büro war, schaute sich Kiula die Ortschaft an. Außerdem ging sie auch ins Meer baden, und stattete ihren Eltern und Schwestern einen Besuch ab. Kurz nachdem Kiula wieder im Haus angekommen war, kam auch Jack nach Hause. Gemeinsam gingen sie in ein Strandcafé und Jack erzählte seiner Kiula, was ihn am Vorabend so nachdenklich gestimmt hatte. Kiula war erleichtert, weil Jack Melissa von der Verlobung erzählte. "Warum hast Du denn nicht schon gestern mit mir darüber gesprochen Jack?" "Weißt Du Kiula, ich wollte erst mal eine Nacht drüber schlafen und mit Melissa ein Gespräch führen." Dies war für Kiula natürlich auch wieder verständlich.

 

Am Abend telefonierte Jack mit seinen Eltern, die in der ungefähr 400km entfernten Hauptstadt London lebten. Im Telefonat erzählte Jack, dass er sein Liebesglück gefunden hatte, und das seine Verlobte nun bei ihm eingezogen war. In 2 Monaten wollten sie heiraten. Außerdem erklärte Jack, dass es eine Unterwasserhochzeit geben würde. Nur die kirchliche und standesamtliche Hochzeit findet in der Menschenwelt statt. Seine Eltern waren natürlich neugierig, wieso gerade eine Unterwasserhochzeit. Darauf antwortete Jack, das er alles in einer Geschichte geschrieben hatte und bat um eine e-Mailadresse. Nach dem Telefongespräch setzte sich Jack an den Computer und schickte die Datei an seine Mutter. Jacks Eltern lasen die Geschichte, und sie waren ganz perplex. Sie schrieb zurück: "Aber Jack! Du willst doch nicht unser Leben aufs Spiel setzen, bei dieser sogenannten Unterwasserhochzeit!" Jack antwortete wiederum: "Ihr werdet schon sehen, es wird alles gut gehen!" Die Mutter schrieb als weitere Antwort: "Wir sind auch schon auf Deine Schwiegereltern gespannt. Spontan haben Papa und ich beschlossen, Euch am Wochenende einen Besuch abzustatten. Wäre das okay für Euch?" Jack antwortete: "Okay, wir freuen uns auf Euer Kommen. Kiula freut sich auch schon ihre Schwiegereltern kennen zu lernen." Nach diesem Satz schrieb er einen Smiley in die E-Mail, bevor er sie abschickte. Kiula und Jack waren schon ganz aufgeregt.

 

Am Freitagabend war es soweit. Ein Auto mit Londoner Kennzeichen parkte vor Jack's Haus. Sofort als Jack das Auto seiner Eltern sah, sagte er: "So komm Kiula-Schatz! Sie sind da!" Es gab für alle zuerst eine sehr herzliche Begrüßung. Doch dann änderte sich die Stimmung schlagartig, als Jack's Vater James das Wort an Kiula richtete: "Hi! Du bist also Kiula, die ehemalige Nixe." James musste lachen, während er dies sagte. Er konnte es noch immer nicht glauben, dass sein Sohn eine Nixe liebte. "Guten Abend! Ja, ich bin wirklich eine Nixe das ist kein Scherz! Sie werden es selbst sehen. Morgen besuchen wir meine Eltern,  Jack's Schwiegereltern im Unterwasserreich." "Wie soll denn das funktionieren? Wollen Sie uns ermorden? Denn die Zauberumhänge kann es nicht wirklich geben! Die hat unser Sohn Jack sicher nur in seiner Geschichte erfunden." Nun reichte es Jack und ihm platzte der Kragen. "Jetzt reicht es aber Dad! Du bist aber nur wenig freundlich zu Kiula! Am Liebsten würde ich Euch gleich wieder aus dem Haus schmeißen! Als meine Eltern habt Ihr meine Verlobte gefälligst zu akzeptieren! Und nein, die Umhänge sind keine Erfindung von mir! Ihr werdet's ja sehen!" Jetzt richtete Jack's Mutter Maggy das Wort an Jack und seinen Vater James: "Nun beruhige Dich doch wieder Jack! Und Du James hörst auf, gleich nach unserer Ankunft mit der Verlobten unseres Sohnes zu diskutieren, und Dich über sie lustig zu machen! Es wird schon alles seine Richtigkeit haben! Außerdem sind wir gekommen, um hier ein schönes Wochenende zu verbringen!" James grummelte: "Ja schon Maggy, aber mal ehrlich, dass ist doch alles kindischer Kram!" Die Stimmung war geladen! Jack war kurz davor, seinen Vater hinaus zu schmeißen. Er besann sich aber und wandte sich seiner Liebsten zu. "Kiula, bitte nimm Deinen Umhang und tauche hinab zu Deinen Eltern. Wir brauchen noch 2 Umhänge." "Ja ist gut." Sie zog sich ihren Umhang über, ging zum Meer und tauchte unter ins Nixenreich ihrer Eltern. Auf dem Weg ins Schloss begegnete Kiula ihrer Freundin Delfou. "Hallo Delfou!" sagte Kiula und schwamm weiter, bis sie im Schloss bei ihren Eltern ankam. Korallie und Kishu freuten sich sehr über den Besuch ihrer Tochter. "Hallo Kiula Süße! Was führt Dich zu uns?" wollte der Vater wissen. "Pa, wir brauchen noch ein Paar Zauberumhänge, genauer gesagt 2, weil Jack's Eltern übers Wochenende da sind und wir möchten Euch morgen zu viert besuchen." "Okay, wir holen welche, bzw. Deine Mutter wird Dir gleich welche bringen." Kiula musste keine 5 Minuten warten, bis Korallie mit den 2 Umhängen wieder auftauchte. "Hier Süße! Oh, ich habe Dich so vermisst!" Korallie umarmte ihre Tochter. "Ich habe Dich auch vermisst Mama." "Ich finde es so schade, dass Du nicht mehr bei uns wohnst." "Ja, aber wir sehen uns doch immer wieder, sicher ein Mal täglich, zum Beispiel während Jack surfen geht komme ich Euch besuchen." "Okay!" Korallie's Stimme klang weinerlich. Kiula mochte es nicht, wenn ihre Mutter weinte. Nach dem Plausch mit ihrer Mutter und der Verabschiedung, trieb Kiula mit den 2 Umhängen im gepäck wieder aufwärts.

 

Als sie wieder zuhause ankam, zeigte sie Jack's verdutzten Eltern die Umhänge. "Der hier ist für Dich Maggy, ein Umhang für Frauen, und der Zweite ist für Dich James, ein Umhang für Männer." "Oh! sieht schick aus!" sagten Jack's Eltern. James dachte bei sich: "Mal sehen, ob der Fetzen im Wasser wirklich was taugt!" Diesen Gedanken sprach er allerdings nicht aus. James war noch immer etwas misstrauisch und ungläubig.

 

Nach dem Abendessen gingen sie schlafen. Die Eltern nächtigten im Gästezimmer. Dort hatte Jack noch ein Notbett hineingestellt. Weil Jack in seinem Schlafzimmer noch kein Doppelbett hatte, ließ er Kiula in seinem Bett nächtigen und er schlief auf der Couch. Normalerweise musste Kiula momentan im Gästezimmer übernachten, aber durch den Besuch von Jack's Eltern war alles jetzt ein Bisschen anders. James und Maggy hatten sich aber schon etwas ausgedacht. Sie wollten Jack und Kiula als Hochzeitsgeschenk ein Doppelbett schenken.

 

Am nächsten Tag war es dann soweit. Jack sagtevoller Freude: "So Ihr Lieben! Jetzt geht's ab ans Meer, meine Schwiegereltern besuchen!" Er war frohen Mutes, und auch Kiula freute sich und hüpfte auf und ab. Dann sagte sie ermunternd zu Jack's Eltern: "Na kommt schon, Maggy und James, zieht Euch die Umhänge über. Keine Angst, es passiert Euch nichts! Es ist wirklich alles ganz sicher. Unter Wasser könnt Ihr ganz normal weiter atmen, sowie Ihr es gewohnt seid." Sie taten, wie ihnen geheißen wurde.

 

Im Meer surfte Jack ein paar Runden, und dann ging der Ausflug in die magische Unterwasserwelt los. Alle 4 hielten sie sich an den Händen, und tauchten gemeinsam unter. Jetzt erst wurden die letzten Zweifel endgültig beseitigt. Mit dem Umhang fühlte es sich unter Wasser ganz leicht an, und atmen konnten sie wie an Land, sowie es Kiula gesagt hatte. James und Maggy staunten nicht schlecht, als sie das Unterwasserreich mit dem Kristallpalast erreichten. Es war einfach schön! Jack und Kiula stellten ihren Eltern James und Maggy vor. Sie alle unterhielten sich gut. Dann sagte Jack: "So Ihr Lieben, ich würde sagen, wir treffen uns am Strand alle wieder. Ich möchte noch surfen gehen." Kiula und Jack's Eltern waren einverstanden. Sie wollten noch im Unterwasserschloss bleiben. James und Maggy lernten übrigens auch die Nixenzwillinge Flossalia und Atlantika kennen. Die waren irgendwie ein Bisschen neidisch, weil ihre große Schwester nun liiert war. Aber Flossalia und Atlantika waren 4 Jahre jünger als Kiula, also erst ca. 16 Jahre alt.

 

Schließlich verabschiedeten sich Kiula, Maggy und James von Korallie, Kishu, Flossalia und Atlantika, und trieben wieder aufwärts, in Richtung Menschenwelt. Da beobachteten sie etwas lustiges und außergewöhnliches: Jack surfte mit Kiula's Freundin Delfou um die Wette. Alle mussten lachen und Maggy sagte: "Na das ist ja lustig! Unser Sohn, Dein Verlobter surft mit einem Delfin um die Wette!" Kiula kicherte. Dann antwortete sie: "Soll er ruhig! Hauptsache, die beiden haben Spass beim Wellenreiten. Delfou ist übrigens eine Freundin von mir." Nachdem sie das lustige Spiel zwischen Jack und der Delfindame ausgiebig beobachtet hatten, begaben sich Kiula, Maggy und James zum Strand. Dort wollten sie auf Jack warten. Als Jack an den Strand kam, erzählten Maggy, James und Kiula, dass sie das lustige Spiel zwischen Delfou und ihm beobachtet hatten, und dass es sehr erheiternd war. Es war ein wunderschöner Tag gewesen. Die Stimmung war gelassen und alle 4 gingen sie in Jack's Haus und verbrachten noch einen gemütlichen Abend zusammen, und am Sonntag reisten Jack's Eltern wieder ab. James entschuldigte sich auch noch bei Kiula wegen seinem doofen Verhalten vom Freitagabend. Jack war froh, dass sein Dad sich bei Kiula entschuldigt hatte.

 

Die Hochzeitsvorbereitungen liefen gut. Es war nicht so einfach, alles nötige in die Unterwasserwelt zu schaffen. Aber mit Magie ging alles. Sachen, die nicht nass werden durften, wie z.B. Speisen bekamen einen Schutzzauber. Alles wurde in den Unterwasserpalast gebracht. "Aber wie machen wir das mit der kirchlichen Hochzeit?" fragte Jack. "Müssen wir ja nicht unbedingt." antwortete Kiula. "Doch, ich bin schon sehr gläubig erzogen worden. Mir ist das schon wichtig." meinte Jack. "Ja glaubst Du wir kriegen einen Pfarrer dazu, in die Unterwasserwelt zu kommen? Kirchliche Oberhäupter halten alles was magisch ist, so auch Nixen usw. für ketzerisch." Jack erwiderte seufzend: "Ja, da hast Du schon recht, aber..." Er wurde von Kiula unterbrochen. "Die Hochzeitszeremonie, die in der Menschenwelt kirchlich wäre, wird mein Vater übernehmen." Nun kam Jack mit einer guten Idee: "Wir können ja in der Menschenwelt auch kirchlich heiraten. Der Pfarrer muss ja nichts davon wissen, dass meine Süße Braut früher eine Nixe war." Er lachte und küsste sie stürmisch. Dann fragte er: Und Kiula, bist Du amit einverstanden? Die standesamtliche Hochzeit und die kirchliche Hochzeit finden in der Menschenwelt stadt, und die restlichen Hochzeitsfeierlichkeiten finden bei Deinen Eltern im Unterwasserreich statt." "Da hast Du eigentlich eine gute Idee Jack, aber meine Eltern und Schwestern müssen dann einen Weg finden, um in der Menschenwelt auch dabei sein zu können. Ich werde mal mit ihnen reden." sagte Kiula.

 

Gesagt, getan. Sie sprach mit ihren Eltern darüber und ihre Mutter Korallie sagte: "Das müsst Ihr schon selbst so machen, wie Ihr es für richtig haltet. Wenn Jack kirchlich heiraten möchte, dann soll es so sein. Uns macht es nichts, wenn wir in der Kirche nicht dabei sind. Wir können ohnehin mit der menschlichen Kirche nicht viel anfangen. Wir verachten die Kirche nicht, finden es aber unfähr, dass die Kirche die Magie und uns magische Wesen und Naturgeister verachtet, bzw. als ketzerisch abstempelt. Während Ihr beiden oben in der Menschenwelt die Trauung beim Standesamt und in der Kirche feiert, schauen wir darauf, dass die Vorbereitungen für die Feierlichkeiten bei uns zu Ende gebracht werden." Kiula verkündete Jack das was ihre Eltern meinten, und so kamen Kiula und Jack überein, dass die kirchliche Hochzeit in der Menschenwelt stattfinden sollte.

 

Die Zeit verging wie im Flug und dann war es endlich soweit. Die Hochzeit fand statt, und es war genauso schön, wie es sich Jack und Kiula vorgestellt hatten. Die Braut war schön gekleidet, mit weißem Brautkleid und langer Schleppe. Die Haare waren hochgesteckt und Kiula lachte an diesem Tag übers ganze Gesicht. Jack ihr Bräutigamm war nicht weniger fröhlich drauf. Er trug einen schwarzen Frack, ein weißes Hemd und eine Fliege. Sowohl die kirchliche Hochzeit im Ort und beim Standesamt, als auch die Unterwasserhochzeit waren ein voller Erfolg. Jack und Kiula freuten sich sehr über das Hochzeitsgeschenk von Jack's Eltern Maggy und James. Sie bekamen endlich ein Doppelbett! Von Kiula's Eltern Korallie und Kishu bekam Jack ManschettenKnöpfe, die aus wertvollem Perlmut gefertigt, und mit Gold verziert waren. Kiula bekam einen goldenen Ring. Es war ein Ring, der ihr auch in der Menschenwelt magische Kräfte verlieh. Der Ring hatte vor allem eine besondere magische Wirkung. Schutz in allen Lebenslagen. Außerdem konnte Kiula nun mit der Hand an der sie den Ring trug Wunden oder andere kranke Körperstellen durch Handauflegen heilen. Kiula und Jack bedankten sich herzlich sowohl bei seinen Eltern, als auch bei ihren Eltern für die wunderbaren Geschenke. Kiula nahm sich vor, in der Menschenwelt als Masseurin zu arbeiten.

 

Nach dem Hochzeitsfest kehrten Jack, Kiula, Maggy und James wieder in die Menschenwelt zurück. In der selben Nacht wurde noch das neue Doppelbett aufgestellt, damit das frisch verheiratete Paar seine Hochzeitsnacht darin verbringen konnte. Jack's altes Bett wurde ins Gästezimmer, neben das schon vorhandene Bett gestellt. Jack's Eltern übernachteten im Gästezimmer und niemand musste mehr auf der Matratze am Boden übernachten, weil ja nun 2 Betten im Zimmer standen. Kiula und Jack hatten eine schöne Hochzeitsnacht.

 

Kiula ließ sich zur Maseurin ausbilden, und machte den Führerschein. Jack und seine Eltern halfen Kiula beim Aufbau ihrer eigenen Maseurpraxis, die sich in Newcastle befand. Das ging nicht anders, denn in einer Stadt gab es mehr Möglichkeiten.  Sowohl Kiula's Eltern, als auch Jack's Eltern freuten sich, dass sie nun beide einen Job hatten, und das Kiula als Maseurin so erfolgreich war. Es kamen auch immer wieder Kunden aus Ampel, und sie alle berichteten nur gutes, und dass sie sehr zufrieden waren. Die meisten klagten dann nie wieder über Schmerzen. Oft wurde Kiula danach gefragt, wie sie dies machen konnte, Schmerzen einfach so auszulöschen. Aber es blieb Kiula's Geheimnis. Niemand wusste vom magischen Ring. Kiula's Geschäft lief sogar so gut, dass sie nach einiger Zeit eine zweite Maseurin anstellen konnte. Und so war es fast jeden Tag. Jack fuhr am Morgen ins Büro im Gemeindeamt von Ambel, während Kiula nach Newcastle in ihre Praxis fuhr. Jack war übrigens nun auch weniger anfällig für Krankheiten und Erkältungen, weil er von seiner Frau Kiula immer liebevoll gestreichelt und masiert wurde.

 

 

 

 

Kiula und Jack

 

Jack liebte das Meer und das Surfen auf den Wellen. Der 20-jährige Mann kam eigentlich aus London, fühlte sich jedoch in der Stadt nicht wohl. So zog er nach Ambel bei Newcastle, wo er sich ein Haus mietete. Dies wurde ihm aber in erster Linie durch seinen Vater möglich, der durch seinen Job als Professor an einer Londoner Universität das nötige Kleingeld hatte, um seinem Sohn die Kaution für das Haus zu bezahlen. Jack arbeitete in einem Büro des Gemeindeamtes von Ambel. Er hätte nie geahnt, dass er schon bald mit magischen Welten in Berührung kommen würde.

 

An einem schönen Sommertag war Jack wie so oft am Meer. Alle warnten ihn aber davor, an diesem Tag surfen zu gehen, weil es eine Sturmwarnung gab. Aber Jack blieb gelassen und ließ sich nicht davon abbringen. Er wagte es und dachte sich, er würde es schon schaffen. Doch plötzlich wurde der Wellengang höher, der Wind wurde stürmischer und plötzlich verlor Jack die Kontrolle über sein heißgeliebtes Surfbrett. Der junge Mann fiel vom Surfbrett ins Meer. Die Wellen waren stärker als er. Plötzlich fühlte Jack, wie ihn eine zarte Hand an die Wasseroberfläche zog. Jemand hatte ihn vor dem Ertrinken gerettet. "Wer war das?" Fragte Jack verdutzt. "Blick Dich doch mal um!" Sagte eine Stimme. Jack schaute um sich und glaubte nicht was er da sah. Auf einer Welle ritt am Rücken liegend eine Nixe! "Moment mal!" sagte Jack. "Träum ich jetzt, oder was ist hier los? Das kann doch nicht sein! Dieser Meerestripp hat mir heute wohl nicht gut getan. Jetzt beginne ich schon zu fantasieren!" "Beruhige Dich! Du bist wohlauf und Du täuschst Dich nicht. Ich bin wirklich und wahrhaftig eine Nixe!" "Mein Name ist übrigens Jack. Und wie heißt Du?" "Mein Name ist Kiula. Ich bin eine der Töchter des großen Königs und Meereszauberers Kishu. Mein Vater ist auch vergleichbar mit Merlin bei Euch an Land. Mein Vater ist zwar mächtig aber stets gutmütig. "Kiula hast Du mir gerade das Leben gerettet?" Sie nickte. "Ich danke Dir vielmals! Darf ich Dich umarmen?" Er umarmte die Nixe als Dankeschön und sie gab ihm einen zärtlichen Kuss auf die Wange. "Oh! Kannst Du nicht mit mir kommen, in die Menschenwelt?" Jack spürte, dass es um ihn geschehen war. Es war Liebe auf den ersten Blick, und mit dem Küsschen, dass Kiula ihm gab, hatte sie ihn zusätzlich noch verzaubert und den Kopf verdreht. Ja, Jack hatte sich in Kiula verliebt. Er konnte das alles noch gar nicht glauben. Aber es war so, er musste es sich eingestehen. Wenn Jack auf sein Herz hörte, dann spürte er es. Es war Liebe. Er verliebte sich soeben in eine Nixe! "Und? Sehen wir uns irgendwann mal wieder?" "Klar! Ich bin ja öfters hier am Meer und surfe. Außerdem habe ich gleich in der Nähe vom Strand ein Häuschen." "Oh cool! Und nun bringt Dich Delfou wieder an den Strand zurück." "Wer ist Delfou?" "Das wirst Du dann gleich sehen." Die Nixe Kiula tat einen Pfiff, und auf einmal kam blitzschnell ein Delfin über die Wellen geschossen. "Das ist Delfou?" "Ja, ein Delfinweibchen. Sie ist meine beste Freundin und hilft mir immer wenn ich sie brauche. Und dafür bin ich wiederum für die Anliegen der Delfine hier im Meer zuständig." Die Delfindame reichte dem jungen Mann ihre Flosse. "Nun nimm die Flosse! Das ist so, als wie wenn Du die Hand schütteln würdest." Kiula lächelte Jack an, während sie dies sagte. Jack tat so wie ihm geheißen, und begrüßte Kiula's Freundin Delfou. "Delfou? Bringst Du diesen lieben jungen Mann, namens Jack bitte wieder an den Strand zurück? Ich habe schon dafür gesorgt, dass sein Surfbrett an den Strand gespült wird. Er wird es dort vorfinden." Delfou willigte ein und Jack sagte: "Danke liebe Kiula. Wann sehen wir uns wieder?" Sein Herz raste. "Das würde mir niemand glauben, nicht einmal mein bester Freund Ron. Ich bin einer Nixe begegnet. Die würden mich alle für verrückt halten!" dachte Jack. "Wir können uns schon morgen wieder sehen, wenn Du möchtest lieber Jack. Aber was hast Du da gerade gedacht?" "Ach Kiula, was soll ich denn gedacht haben?" "Ich spüre es, dass Du etwas gedacht hast, und ich glaube, ich habe auch gelesen, bzw. gehört, was Du dachtest. Du denkst, alle würden Dich für verrückt halten." "Was? Du liest einfach in meinen Gedanken? Was erlaubst Du Dir da eigentlich?" Jacks Empörung war groß. "Jack! Das war nicht absichtlich! Das können Nixen, besonders jene, die einen sehr mächtigen Zauberer als Vater oder in der Familie haben. Man hört als Nixe die Gedanken rundum, von allen Lebewesen, egal ob von Menschen, oder Meerestieren oder von... was auch immer!" "Das ist ja interessant! Oh, dann muss ich wohl aufpassen, was ich denke, wenn Du bei mir bist." "Ja, das solltest Du wohl. Und nun, lebe wohl." "Halt Kiula! Kann ich Dich rufen, wenn ich Dich sehen will, sobald ich wieder im Meer bin?" "Delfou ist auch meistens hier in diesem Meeresabschnitt unterwegs. Sobald Du da bist, wird sie mich schon holen." "Ich hoffe es. Ich will Dich nämlich nicht verpassen." "Oder Du malst einfach die Buchstaben meines Namens mit den Fingern ins Wasser und denkst fest an mich. Dann höre ich das und komme zu Dir. Du bist kreativ Jack. Lass Dir was einfallen! Es wird garantiert funktionieren!" "Gut danke Kiula. Tschüss bis morgen!" "Bis morgen Jack!" Kiula sah Jack lange nach, wie er von Delfou zum Strand zurückgebracht wurde. Er schwamm hinter Delfou her und hatte Vertrauen zu ihr, weil sie die beste Freundin von seiner neuen Liebe Kiula war. Im seichten Wasser hielt sie an und Jack ging an den Strand, wo er auch sein Surfbrett fand, sowie es Kiula versprochen hatte.

 

Abends traf er sich mit ein paar Freunden in einer Kneipe. Ron war auch dabei. "Heh Jack! Du warst doch nicht etwa surfen heute? Ist doch viel zu gefährlich!" sagten seine Freunde. "Doch, ich war surfen." gestand Jack. "Dann ist es ja ein Wunder, dass Dir nichts passiert ist!" sagte Ron. "Ich wäre auch fast ertrunken." beichtete Jack und fügte noch hinzu: "Aber, es hat mich jemand gerettet." "Wer denn?" fragte David, ein weiterer Kumpel. "Ähm, dass kann, bzw. will ich Euch nicht sagen." "Nun raus mit der Sprache Jack! War's vielleicht eine Attraktive Frau, in die Du Dich dann verliebt hast?" fragte ein anderer. Jack druckste und stotterte nur herum und schließlich sagte er: "Ich kann es Euch nicht sagen. Ihr würdet mich für nicht normal halten." Ron sagte schließlich: "Ach Leute hört auf! Es bringt doch sowieso nichts. Wenn er es nicht sagen will, dann soll er es lassen! Ihn dazu zu zwingen bringt gar nichts!" "Ja, da hast Du schon recht Ron, aber seien wir uns doch ehrlich, Dich würde es doch auch interessieren oder? Es wird ja Zeit, dass Jack eine Freundin findet." sagte George. "Ja schon, aber lass ihn doch! Wir müssen froh sein, dass ihm nichts passiert ist!" erwiderte Ron und Jack war froh, dass sie nicht weiter bohrten.

 

Am nächsten Tag ging Jack wieder zum Meer. Es war Samstag, der Wellengang war ruhiger und die Sommersonne brannte vom Himmel. Auf einmal war im Meer deutlich die Silhouette einer Frau, bzw. einer Nixe zu sehen. "Hi Jack!" sagte sie, und es war tatsächlich Kiula. "Komm mit! Ich zeige Dir eine Bucht, wo Du auf tollen Wellen reiten kannst. Dort ist Delfou auch oft." "Oh cool!" Jack ging ins Wasser und gemeinsam schwammen sie übers glasklare Wasser davon.

 

Einige Tage später hatte Jack einen interessanten und seltsamen Traum. Er träumte vom tiefblauen Meer und von Kiula. Jack träumte, dass er von ihr einen Zauberumhang bekam, mit dem er auch unter Wasser ganz normal atmen konnte. Es war so, dass Kiula's Vater Kishu und ihre Schwestern Flossalia und Atlantika den netten jungen Mann unbedingt kennen lernen wollten. Dies teilte Kiula Jack mit, als sie ihm den Zauberumhang überreichte. Außerdem sagte sie: "Mit diesem Umhang passiert Dir unter Wasser nichts, Du kannst nicht ertrinken und kannst ganz normal atmen, sowie Du es an Land gewohnt bist." "Interessant!" sagte Jack und zog sich den Umhang über. "Der Umhang steht Dir sehr gut! Da hatte Vater aber eine gute Idee! So, und jetzt los! Das Surfbrett kannst Du hier am Strand lassen." Kurz darauf tauchten beide in die Tiefe hinab. Dann war alles kurz verschwommen vor Jacks Augen. Doch dann sah Jack plötzlich alles noch viel heller als davor. Er lernte eine für ihn völlig neue Welt kennen. Jack und Kiula kamen zu einem Unterwasser-Kristallpalast. "In diesem schönen, glitzernden Palast wohnen wir Jack." sagte Kiula. Danach schwammen sie in den Wasserpalast. Der Eingang war sowie eine Grotte. Plötzlich hörten sie beide eine donnernde Stimme. "Hallo da bist Du ja!" Jack erschrak. "Wer ist das?" fragte er etwas ängstlich. "Das ist mein Vater. Und da hinten, siehst Du die 2 anderen Nixen? Das sind meine Schwestern Flossalia und Atlantika." "Oh sind die schön! Aber Du Kiula bist die schönste überhaupt!" sagte Jack. Dann meldete sich Kishu zu Wort: "Guten Tag junger Mann! Ich bin Kishu, König und Zauberer des Meeres." Während er dies sagte, schaute er Jack von oben bis unten prüfend an. Kishu sprach weiter: "Nun, Du hast Dich also in meine Tochter verliebt." "Guten Tag sehr geehrter König! (Jack verbeugte sich). Ja es stimmt, dass ich mich in ihre Tochter verliebt habe. Sie ist eine wunderschöne Prinzessin." "Wie fühlst Du Dich hier unten? Hab Dir extra einen Zauberumhang organisiert, damit Du uns auch besuchen kannst." "Das ist sehr liebenswert von Ihnen Majestät! Schön haben Sie's hier! antwortete Jack und verbeugte sich abermals. "Hallo! Was, bzw. wen hast Du denn da mitgebracht Kiula? Das ist ja ein Traum von einem Mann!" sagte Flossalia und schwamm um Jack herum. "Hör auf!" sagte Kiula. "Das ist mein Traummann!" Flossalia ließ sich nicht so leicht abbringen, und kitzelte Jack mit einer Flosse. Dieser zuckte zusammen. "Du bist sowieso noch zu jung für einen Mann!" sagte Atlantika, ihre Zwillingsschwester. Flossalia warf Atlantika einen finsteren Blick zu und sagte: "Was soll das heißen ich bin noch zu jung? Bist Du ja selber auch noch. Immerhin bist Du nur 1-2 Minuten älter als ich!" "Hört auf zu streiten!" ertönte die donnernde Stimme des Vaters. "Aber wirklich! Ihr seid so kindisch! Was soll denn unser Gast davon halten, wenn Ihr da so einen Zickenkrieg veranstaltet?!" entgegnete Kiula wütend. Nun kam Jack endlich wieder einmal zum Reden: "Was? Deine Schwestern sind Zwillinge?" Kiula seufzte: "Ja, aber es ist nicht immer so einfach die große Schwester zu sein!" "Nun entspanne Dich meine Süße!" sagte Jack und legte den Arm um sie. Nach einiger Zeit sagte Kiula: "So Jack und nun komm mit! Ich zeige Dir meinen Lieblingsplatz!" In der Nähe des Schlosses befand sich eine Insel unter Wasser. Aus einem Felsen auf dieser Insel sprudelte eine warme Wasserquelle. "Hier bade ich gerne." sagte Kiula, und auch Jack war von der Insel und der warmen Quelle ganz begeistert! "Das ist sozusagen Deine Badeinsel stimmt's?" "Ja Jack Du hast Recht." Beide lachten, planschten und hatten viel Spaß miteinander. Jack dachte, dass es so wunderschön hier unten war, und auch das Wissen darüber, dass es noch etwas anderes, als die normale Menschenwelt gab freute ihn sehr. Kiula dürfte seine Gedankengänge wieder gehört haben und ein Lächeln umspielte ihre Lippen.

 

Nach einiger Zeit hieß es wieder Abschied nehmen. Delfou kam, und hatte wieder die Aufgabe, Jack zu begleiten. Schließlich war es Kiula sehr wichtig, dass Jack wieder heil in der Menschenwelt ankam. "Besuch uns bald wieder Jack. Ich werde heute mit meinem Vater darüber reden, ob er mich in eine Menschenfrau verwandelt." "Ist okay." Jack küsste Kiula leidenschaftlich zum Abschied. Sie konnten sich fast nicht voneinander losreißen, aber es musste sein, denn der Traum würde bald zu Ende gehen. So ließ er seine Liebe nur ungern im Unterwasserreich zurück und nachdem Jack sich auch von Kishu, Flossalia und Atlantika verabschiedete, folgte er Delfou in Richtung Wasseroberfläche und Menschenwelt. Als Jack wieder am Ufer war, schnappte er sein Surfbrett, und in dem Moment wachte er auf. "Was war denn das?" fragte er sich. "Ich war im Wasser und habe Kiula im Unterwasserreich besucht und ihre Familie kennen gelernt!" Er griff neben sich, und da lag er, der Zauberumhang. "War es also doch kein Traum? Wie soll ich das verstehen?"

 

Dann war es Zeit zum Aufstehen. Er musste in die Arbeit, ins Büro. Aber Jack konnte sich nur schwer auf seine Arbeit konzentrieren. Er musste sich wirklich zusammenreißen, um keine Fehler zu machen. Immerzu musste Jack an Kiula, an die zauberhafte Unterwasserwelt und an Kiula's Familie denken. In der Pause kam eine Kollegin zu ihm und fragte: "Hi Jack, hätten Sie mal Lust mit mir auszugehen? Oder wir könnten zumindest mal nach der Arbeit in eine der vielen Strandcafés gehen, und dort etwas trinken." Sie lächelte ihn charmant an. "Nein danke Melissa." "Ach Jack warum denn nicht? Nur mal so ganz gemütlich ein Treffen zwischen 2 Arbeitskollegen." "Hm." brummelte Jack und Melissa sagte: "So, ich muss jetzt wieder an die Arbeit. Sie können ja jederzeit auf mein Angebot zurückgreifen." Dann ging sie. Jack atmete tief durch. "Wenn ich mich nicht schon in Kiula verliebt hätte, hätte ich mich jetzt wahrscheinlich in Melissa verliebt." Dachte Jack. Nach der Arbeit ging er in Melissas Büro und sagte: "Hallo Melissa. Ich habe mir die Sache noch einmal überlegt und bin zum Entschluss gekommen, dass gegen ein freundschaftliches Treffen nichts einzuwenden ist." Melissa freute sich sichtlich darüber und sagte: "Schön! Ich hätte jetzt Zeit. Sie auch?" "Ja, eigentlich schon, aber nicht sehr lange." erwiderte Jack. Er wollte heute ja schließlich noch Kiula sehen. Jack und Melissa beschlossen ein Eis essen zu gehen.

 

Nach dem gemütlichen Plausch mit Melissa im Eissalon musste er noch eine Kleinigkeit einkaufen gehen. Nachdem Jack seine Einkäufe zuhause abgeliefert hatte, schlenderte er wieder zum Meer. Am Strand empfing ihn, im seichten Wasser sitzend Kiula. "Hallo Jack! Wie hat es Dir heute Nacht gefallen? Den Umhang haben wir Dir mitgegeben, damit Du weißt, dass es wirklich kein Traum war. Du warst bei mir in der Nacht. Mein Vater ist ganz begeistert von Dir. Er würde mich auch in eine Menschenfrau verzaubern, unter einer Bedingung. Du musst ihm/uns einen großen Gefallen tun." "Und der wäre?" Du musst meine Mutter finden." "Was? Deine Mutter? Wo soll sie denn sein?" "Ein böser Zauberer hat sie einmal aus dem Meeresreich entführt, und in eine Menschenfrau verwandelt. Sie soll mit ihm angeblich in der nächstgrößeren Stadt leben, also in Newcastle." "äääähm okay, aber wie erkenne ich diese Frau?" "Naja also, sie sieht ungefähr so aus wie ich, nur mit dem Unterschied, dass sie 20 Jahre älter ist." "Aha, also in Newcastle wohnt sie jetzt sagst Du? Also nicht mehr hier in Ambel?" "Genau kann ich Dir auch nicht sagen, wo sie wohnt. Mein Vater fand nur mal heraus, dass sie in Newcastle wohnen soll. Dort soll es angeblich auch ein verborgenes, magisches Reich geben. Der böse Zauberer ist in Eurer Menschenwelt auch ein normaler Mann, zumindest tut er so glaub ich." Jack musste sich erst daran gewöhnen, dass es mehrere Welten gab, und nicht nur die Menschenwelt. "Ja aber ihr müsst mir schon helfen, wie ich sie finden kann!" "Tut mir leid Jack, aber das ist eben Deine Aufgabe." "Ja, aber wie soll ich das denn machen?" "Du bist ein kluger Mann Jack! Ich darf Dir jetzt leider nicht mehr weiterhelfen." Als Kiula gerade davonschwimmen wollte, hielt Jack sie auf und sagte: "Moment! Kiula! Halt! Warte!" "Was ist denn noch?" "Wie heißt Deine, bzw. Eure Mutter? Den Namen hast Du mir noch nicht verraten." "Jack, meine Mutter heißt Korallie." "Aha, interessant, sowie die Koralle, nur mit ie zum Schluss. In der Menschenwelt ist der Name anders geläufig, und zwar mit C und einem L, also Coralie." "Ich hab jetzt noch einiges zu tun Jack. Bis später vielleicht ja?" "Bleib doch noch ein Bisschen bei mir Kiula! Was ist denn heute los mit Dir? Heute liegt etwas Trauriges in Deinem Blick. Was hast Du denn?" Er nahm sie in den Arm und Kiula sagte schluchzend: "Jack, ich habe das Gefühl, dass Dir eine andere Frau bei Dir in der Menschenwelt den Kopf verdrehen will! Das macht mich so traurig, und ich habe Angst, Dich zu verlieren! Ich liebe Dich Jack!" "Ich liebe Dich auch Kiula! Du wirst mich nicht verlieren, weil Du mein einzigwahrer Liebling bist! Das verspreche ich Dir! Ich habe mich heute nur freundschaftlich mit einer Arbeitskollegin namens Melissa getroffen und wir haben ein Eis gegessen." Jack war es wichtig, Kiula die Wahrheit zu sagen. Kiula antwortete daraufhin: "Okay Jack, solange es freundschaftlich bleibt, ist es für mich okay. Aber lass Dir von Ihr nicht den Kopf verdrehen." "Du brauchst keine Angst haben mein Schatz! Jetzt will ich versuchen, Eure Mutter zu finden und ich werde Dir beweisen, dass ich Dich bedingungslos liebe!" "Okay." sagte Kiula mit einem zarten Stimmchen und kuschelte sich an ihn. Dann küssten sie sich. Und wieder konnten sie sich nur schwer voneinander trennen. Aber Kiula hatte im Meer noch zu tun und Jack musste seine Aufgabe erledigen, um Kiula ganz für sich zu gewinnen. Nach der letzten Umarmung und einem Abschiedskuss ging jeder seine Wege.

 

Jack stieg ins Auto, das er nur sehr selten benutzte, eben immer nur, wenn er wirklich in die Stadt musste. Er war völlig planlos und wusste nicht, wie und wo er mit der Suche beginnen sollte. In Newcastle angekommen, setzte Jack sich in ein Kaffeehaus. Er musste nachdenken, und sich eine Strategie überlegen.

 

Nachdem er seinen Kaffee ausgetrunken hatte, spazierte Jack planlos weiter, und kam in eine Parkanlage. Dort gab es auch einen Teich. In der Nähe des Teiches saß auf einer Bank eine Frau, so um die 40, und ein Mann saß neben ihr. Jack hatte das Gefühl, dass den Mann eine mystische Aura umgab. Der Mann flüsterte ihr dauernd etwas ins Ohr. Jack musste näher hingehen, um den Mann zu verstehen. Die Frau hatte ihren Blick sehnsüchtig auf das Wasser gerichtet, so als hätte sie mit dem Element Wasser eine besondere Verbindung. Langsam dämmerte es Jack, dass sie eventuell die Mutter von Kiula, Flossalia und Atlantika sein könnte. Nun wollte er aber erst mal hören, was der Mann neben ihr flüsterte. "Kora wann wechselst Du denn endlich mit mir auf die andere Seite?" fragte dieser. Jack wurden plötzlich 2 Dinge klar: 1. Die Frau, die Kora genannt wurde, sah Kiula sehr ähnlich und es schien ihre Mutter Korallie zu sein. Kora war, so vermutete Jack nur die Abkürzung des eigentlichen Namens. Und 2. mit der anderen Seite meinte der Mann wahrscheinlich die dunkle, schwarzmagische Seite. Jack war klar, dass er so schnell wie möglich mit der Frau reden musste. Zunächst verfolgte er aber weiter die Unterhaltung der beiden. Die Frau antwortete: "Ich will das nicht! Ich will nicht auf die dunkle Seite! Ich will außerdem auch nicht mehr länger mit Dir zusammen sein! Ich möchte, dass Du mich sofort wieder in eine Nixe verwandelst!" Nun war es Jack erst recht klar, dass er hier bei der richtigen Frau war und er hoffte, dass er bald die Gelegenheit bekommen würde, um mit ihr zu sprechen. Nun sprach der Mann weiter: "Das werde ich nicht tun! Und rede nicht so laut! Schau mal, da ist ein Mann, der schaut uns schon ganz groß an!" "Soll er doch! Ist mir doch egal! Er könnte ja denken, wir machen ein Rollenspiel." Jack konnte es kaum mehr erwarten, ein Gespräch mit der Frau zu führen. Als die beiden eine Sprechpause machten, sah Jack, dass es Zeit war, das Wort an die Dame zu richten. Vorher stellte Jack sich eine Hülle aus Licht um sich herum vor, als Schutz vor dem bösen Zauberer. Dann trat er näher an die Frau heran und sagte: "Guten Tag gnädige Frau! Mein Name ist Jack. Dürfte ich Sie bitte kurz sprechen?" "Geh weg und lass meine Frau in Ruh! Die gehört mir!" schimpfte der Mann neben ihr. "Heh heh! Jonathan, Du musst doch nicht gleich so aggressiv werden! Er hat doch nur freundlich gefragt, ob er mit mir sprechen darf!" "Ähm, würden Sie bitte kurz weggehen? Ich möchte mit Ihrer Frau alleine sprechen!" "Nein, kommt gar nicht in Frage! Ich bleibe hier sitzen!" "Ein Vieraugengespräch wäre aber wichtig! Wie machen wir das am besten? Ich muss Sie nämlich etwas fragen." "Jonathan, geh bitte mal weg. Du könntest ja eine Runde spazieren gehen oder so. Bewegung tut Dir gut und der junge Mann will bestimmt nichts Schlimmes fragen!" "Wer weiß!" sagte Jonathan, und warf Jack einen düsteren Blick zu. "Nun mal langsam, langsam Freundchen, nicht gleich so aggressiv!" sagte Jack, und näherte sich mutig der Frau. "Um was geht's denn?" fragte die Frau. Jonathan stand jetzt etwas abseits. Er spürte, dass Jack von einer Hülle aus Licht umgeben war, und Licht verabscheute Jonathan. Jack antwortete: "Eine Frage hätte ich da. Sagt Ihnen der Name Korallie etwas? Der Name wird tatsächlich mit Doppel-L und K geschrieben." "Sie meinen so wie Koralle, nur mit Ie zum Schluss?" Jack nickte. Bevor die Dame etwas erwidern konnte, mischte sich Jonathan ins Gespräch ein. "Wie können Sie es wagen, meine Frau mit so einer blöden Frage zu konfrontieren?!" "Das war keine blöde Frage! Jack hat mir eine gute und berechtigte Frage gestellt, und ich kann sagen: Ja, ich kenne diese Frau, denn ich..." "Hältst Du den Mund!" unterbrach Jonathan und legte seine Hand auf den Mund der Frau. "Jetzt lassen Sie die Frau doch mal ausreden!" Jack gab Jonathan einen Klapps auf die Hand. Er wurde schön langsam grantig, weil dieser Dreckskerl sich dauernd ins Gespräch einmischte. "Was fällt Ihnen ein, den Ehemann dieser Frau, also mich zu schlagen?!" "Nicht doch! Das war doch nur so ein kleiner Klapps! Er hat Dich nicht geschlagen. Der Klapps kann Dir doch nicht wehgetan haben! Du bist doch auch sonst immer so mächtig! Aber eigentlich bist Du nicht mehr als ein böser Nichtsnutz!" Nachdem die Frau dies sagte, stand sie auf, hängte sich bei Jack ein und beide liefen davon. Sie wollten ungestört reden und Jack spürte genau, dass er die richtige Frau gefunden hatte.

 

In einem Café ließen sie sich nieder. Jack sagte: "Also, nun erzählen Sie!" "Ich bin Korallie. Ich bin in Wirklichkeit eine Nixe. Sie werden mich jetzt vielleicht auslachen, aber es ist wirklich so!" erwiderte die Frau flüsternd. "Oh nein! Ich lache Sie nicht aus, ganz im Gegenteil, ich freue mich sogar, dass ich Sie gefunden habe! Sie werden schon vermisst, im Unterwasserreich. Ich habe mich in ihre Tochter Kiula verliebt. Ihr Vater hat gesagt, sie kann nur dann mit mir zusammen sein, wenn ich es schaffe, Sie, liebe Korallie zu finden." "Tatsächlich?" fragte Korallie verwundert und erfreut zugleich. "So schnell wirst Du mich nicht los!" donnerte plötzlich eine Stimme. Jack und Korallie wurden schon wieder von Jonathan unterbrochen. Er stand hinter ihnen und sagte: "Ich habe Euch belauscht!" Korallie antwortete: "Du wirst mich nicht länger an der Nase herumführen Freundchen! Du wirst mich jetzt wieder schön brav in eine Nixe verwandeln! Hast Du verstanden?" "Das werde ich nicht! Aber Du wirst jetzt schön mit mir mitkommen!" "Nein, ich hab mir gerade einen Kaffee bestellt!" In dem Moment kam auch schon die Kellnerin und brachte den Kaffee für Korallie. Zum Kaffee gab's auch ein Glas Wasser. Plötzlich zog Jonathan ein Fläschchen aus seinem Umhang und tat etwas ins Wasser seiner "Partnerin". Jack sah das und sagte: "Nicht trinken Korallie! Er hat Dir etwas ins Wasser getan, irgendwelche Tropfen!" "Oh, wahrscheinlich diese schwarzmagischen KO-Tropfen, von denen man die Kontrolle verliert und böse wird." "Trink schön, meine Süße! Dann wirst Du schon sehen, was mit Dir passieren wird und wohin Du wirklich gehörst!" "Trink es nicht!" "Und Du hältst den Mund Jack!" "Hört auf zu streiten! Ich trinke es nicht Jonathan! Und nun mach Dich endlich aus dem Staub!" Das Wasser hatte sich mittlerweile ganz schwarz verfärbt. Jack machte eine Geste, um der Kellnerin zu deuten, nochmals an den Tisch zu kommen. Er sagte: "Bringen Sie bitte der Dame ein frisches Glas Wasser." "Das waren meine letzten Tropfen die wirst Du gefälligst trinken Korallie!" wetterte Jonathan. Aber Korallie und Jack ignorierten ihn und die Kellnerin tauschte das Wasser problemlos aus. Jack hoffte, dass Korallie nun in Ruhe ihren Kaffee genießen konnte. Plötzlich randalierte Jonathan im Café. Er wollte nicht, dass Jack bei seiner Angetrauten, wie er sie nannte, saß. Das ging so weit, dass die Chefin des Cafés die Polizei holte. Jonathan wurde zur Sicherheit von der Polizei verhaftet, und in ein Gefängnis gebracht. Man traute ihm zu, dass er seine "Partnerin" verletzen könnte, denn es gab schon öfter Streitigkeiten bei den Beiden.

 

Als wieder Ruhe einkehrte, begann Jack wieder mit Korallie ein Gespräch. "Nun, wo wohnen Sie eigentlich?" "Ach, ich wohne in einer Wohnung, die sich in einem Hochhaus befindet. Dort befindet sich auch dieses Tor ins magische Reich, aus dem Jonathan kommt, und wo er mich auch hinbringen versucht. Er möchte, dass ich zur dunklen Seite wechsle." "Das möchten Sie aber nicht oder?" "Das ist richtig Jack, ich möchte nicht auf die dunkle Seite." "Wissen Sie was Korallie? Ich nehme sie jetzt mit nach Ambel, und Sie dürfen diese Nacht bei mir im Gästezimmer übernachten. Und morgen bringe ich Sie dann zu Ihrer Familie."  "Was? Wirklich? Jack, dass wäre wunderbar! Ich danke Ihnen!" Sie stand auf, Jack bezahlte die Rechnung, und sie gingen zu seinem Auto. Gemeinsam fuhren sie wieder in den Vorort von Newcastle, nach Ambel.

 

Als sie bei Jack zuhause ankamen, zeigte er ihr das Gästezimmer und sagte: "So, hier können Sie heute wohnen." Eigentlich wollte Jack an diesem Tag noch ans Meer, aber sowohl Jack als auch Korallie waren ziemlich müde und erschöpft. Besonders für Jack war es ein anstrengender Tag gewesen. Zuerst die Arbeit im Büro, dann das Treffen mit Melissa im Eissalon, als nächstes ein kurzes Treffen mit Kiula, und zu guter Letzt Korallie's Befreiung vom bösen Zauberer Jonathan. Er fiel todmüde ins Bett.

 

Als Korallie am nächsten Morgen erwachte, war Jack nicht da. In der Küche fand sie einen Zettel auf dem stand: "Musste leider ins Büro." Während Jack in der Arbeit war, half Korallie ihm ein Bisschen im Haushalt. Schließlich wollte sie das Haus sauber hinterlassen. Außerdem musste sie sich beschäftigen, damit die Zeit schneller verging. Sie konnte es kaum mehr erwarten ins Meer zum Rest ihrer Familie zu kommen.

 

Am Nachmittag war es endlich soweit. Gleich nachdem Jack aus dem Büro nach Hause kam, packten sie die Sachen und liefen zum Meer. Jack bedankte sich bei Korallie für ihre Hilfe im Haus. Als sie beim Meer angekommen waren, blieb Korallie zuerst einmal etwas abseits hinter einem Gebüsch. Jack ging ins Wasser und malte mit einem Finger "Kiula" auf die Wasseroberfläche und dachte ganz fest an sie. Nur wenige Minuten später war Kiula auch schon da. "Jack mein Lieber! Da bist Du ja! Ich habe Dich so vermisst!" Sie küssten sich so wie immer leidenschaftlich. "Kiula stell Dir vor, ich hab sie gefunden!" "Wen?" "Na Deine Mutter!" "Was? Wo ist sie?" Korallie kam hinter dem Gebüsch hervor. "Mutter! Ach, Du bist ja noch ein Mensch!" "Ja, sie muss noch in eine Nixe verwandelt werden. Das müsste aber Dein Vater übernehmen, denn der böse Zauberer weigerte sich. Er wurde in Newcastle verhaftet, weil er in dem Café, in dem wir saßen randalierte." "Ich bin gleich wieder da. Ich muss zu meinem Vater, und ihn über die Neuigkeiten informieren." Nur wenige Augenblicke später war Kiula wieder unter Wasser verschwunden.

 

Nach einer Weile kam Kiula mit einem Zauberumhang im Gepäck zurück. "Jack, ich nehme meine Mutter jetzt mit." Sie legte ihrer Mutter den mitgebrachten Zauberumhang um und führte sie ins Wasser. Doch siehe da, sobald Korallie ins Wasser kam, bekam sie plötzlich Flossen. "Ist der Fluch nun aufgelöst, weil ich es mit Jacks Hilfe geschafft habe, dem Zauberer zu entkommen?" "Das wissen wir noch nicht Mutter. Komm erst mal mit." "Oh meine Tochter, Du bist so groß und schön geworden! Ich habe Dich so vermisst! Wie geht es Deinen Schwestern Flossalia und Atlantika?" "Ja, es geht ihnen gut. Flossalia war etwas neidisch, als ich Jack bei Vater, Flossalia und Atlantika vorstellte. Jack hat auch einen Zauberumhang. Jetzt tauchen wir unter Mutter." Kiula und Korallie hielten sich an den Händen, und ganz sanft und sachte tauchte Kiula mit ihrer Mutter unter. Als beide im Unterwasserschloss angekommen waren, nahm Kishu seine Frau Korallie in die Arme. "Jack ist ein Held! Er hat es geschafft und den richtigen Augenblick ausgenutzt! Nun, ich freue mich, dass Du wieder bei uns bist. Wir müssen Dich nun langsam wieder ans Leben im Meer gewöhnen." Kishu und Korallie küssten sich. Danach richtete Kishu wieder das Wort an Kiula: "Kiula, sage Jack bitte, er soll auch zu uns hinunter kommen. Ich möchte dringend mit ihm sprechen."  Kiula nickte und trieb wieder aufwärts, in Richtung Wasseroberfläche. Sie traf Jack im Wasser beim Surfen an. "Hi Kiula! Was gibt‘s?" "Jack, Du musst mit ins Unterwasserreich kommen. Mein Vater will Dich dringend sprechen." "Ich muss aber erst meinen Umhang holen. So was Blödes! Normalerweise habe ich ihn immer mit, nur heute hab ich ihn vergessen." Jack ging aus dem Wasser, lief ins Haus und kam wenig später wieder mit dem Umhang zurück. Jack streifte den Umhang über und ging zu Kiula ins Wasser. Sie tauchten gemeinsam in die Unterwasserwelt ab. Nun erlebte Jack zum ersten Mal den Ausflug ins Nixenreich im Wachzustand und untertags bei strahlendem Sonnenschein. Als er das erste Mal dort unten war, machte er die Reise in der Nacht, im Traum. "Oh! Wie schön sich die Sonne im Wasser spiegelt!" sagte Jack. Kurz darauf kamen sie auch schon im Palast an. "Hi Jack unser Held!" sagte Kishu. "Ich danke Dir für Dein heldenhaftes Verhalten. Du hast Kiula als Deine Frau wirklich verdient. Pass gut auf sie auf. Ich werde jetzt 2 Zauber durchführen. Einerseits werde ich Kiula in eine Menschenfrau verwandeln, sobald sie aus dem Wasser kommt und festen Boden berührt ist sie ein Mensch. Und andererseits werde ich meine liebe Frau Korallie wieder in eine Nixe zurückverwandeln." "Aber wie kann ich es machen, wenn ich Euch besuchen will?" "Du bekommst, genau wie Dein zukünftiger Mann Jack einen Zauberumhang. Mit diesem kannst Du dann uns jederzeit besuchen." Während Kiula's Vater alles für die magischen Zauber vorbereitete, versammelten sich alle. Auch die Schwestern Flossalia und Atlantika. Sie freuten sich auch, wieder ihre Mutter zu sehen. Diese freute sich auch, umarmte die Zwillinge und weinte ein paar Freudentränen. "Wie lange habt Ihr Euch denn schon nicht mehr gesehen?" "Ach Jack, da waren wir noch ganz klein." Dies sagten Flossalia und Atlantika im Chor, als hätten sie es so abgesprochen. Alle mussten lachen. Flossalia kitzelte ihre Zwillingsschwester Atlantika mit ihren Flossen. "Heh! Was soll denn das? Du kitzelst alle so gern mit Deinen Flossen!" sagte Atlantika. Flossalia entgegnete lachend: "Jaja, kitzeln macht Spaß!" Jetzt mussten wieder alle lachen. "Wie alt wart Ihr denn, als Eure Mutter verschwunden ist?" "3 oder 4. Und unsere große Schwester Kiula war ungefähr 6 oder 7 Jahre alt." "Wow Kiula! Was für eine Ehre, dass Du die große Schwester bist!" "Wie gesagt Jack, es war und ist nicht immer leicht, die große Schwester zu sein. Aber nichts desto trotz war es eine schöne Kinderzeit, obwohl uns Mama immer sehr gefehlt hat." Kiula seufzte.

 

Kishu kam und sagte: "So Mädels, jetzt geht's los! Doch plötzlich brach ein Sturm herein und es gab hohen Wellengang. Interessanterweise gingen alle Lichter im Schloss aus, und der Boden bebte. "Oh nein! Hilfe, ein Seebeben!" schrien die Mädchen. "Nur keine Panik! Ich habe das Gefühl, da ist der böse Zauber von Jonathan im Spiel. Er will verhindern, dass ich meine Frau Korallie wieder in eine Nixe verwandle." sagte Kishu. Er hatte nun erst mal die Aufgabe, das Meer und seine Bewohner wieder zu besänftigen. Außerdem führte Kishu weißmagische Schutzzauber durch. "Kiula, Du bist die Älteste von Euch Schwestern. Besänftige Du die großen Monsterwellen." "Ja, sofort. Und dann will ich noch zu den Delfinen und sie beruhigen." "Jack, Du bleibst hier in Sicherheit, denn Du kennst Dich im Meer nicht aus." Aber gerade Jack war es, der von den Wellen immer weiter vom Palast weggetrieben wurde. "Hilfe!" schrie er. Er hielt sich an einem Stein fest und versuchte still zu stehen. Aber es gelang ihm nicht. Das Meer war so stark, und der Auftrieb war nicht mehr aufzuhalten. Schließlich wurde Jack an den Strand gespült. Dort wartete auf ihn eine böse Überraschung. "So Jack, jetzt werden wir uns einmal sprechen Freundchen! Was fällt Dir ein, meine Frau zu entführen und wieder ins Unterwasserreich zu bringen?!" "Sie hat es verdient. Und außerdem warst Du es, der sie damals entführt hat! Ich habe nur meine Pflicht getan, sie wieder dorthin zurückgebracht wo sie hingehört und habe meinen Lohn verdient! Sie ist nicht Deine Frau, sondern die des Königs Kishu. Ich rate Dir folgendes: Leg Dich nicht mit uns an Jonathan! Kishu ist ein sehr mächtiger Zauberer und König!" "Du bist ein alter Schlappschwanz!" "Nö, dass bin ich ganz sicher nicht! Und alt bin ich mit meinen 20 Jahren schon gar nicht! Außerdem, wenn jemand als Schlappschwanz bezeichnet werden soll, dann bist Du es selber!" Jack blieb ganz cool. und fügte noch hinzu: "Du bist übrigens ein blöder alter Knacker!" Plötzlich hatte Jack eine Idee. Er wollte versuchen, ob er auch zaubern könnte. Er sagte zu Jonathan: "Warte mal, ich will nur etwas probieren." Jack legte eine Hand auf Jonathans Schultern. "Was hast Du vor? Du idiotischer Kerl! Ich möchte Korallie wieder zurück! Bring sie mir! Und ich sorge dafür, dass Du trotzdem Deine Nixe Kiula als Frau bekommst. Ihr müsstet dann halt auch in mein dunkles, magisches Reich!" Jonathan lachte höhnisch. "Nein, das mach ich nicht! Ich möchte lieber was anderes machen. Du wohnst im Meer, dies ist so klar und frisch, äh nein ich probiere es anders. Das Meer, das Meer, es ist so klar und frisch, Du wohnst darin als kleiner Fisch!" Plötzlich stieg Rauch auf, und Jack hielt einen kleinen zappelnden Fisch in seiner linken Hand. Er hatte Jonathan tatsächlich in einen kleinen Fisch verwandelt! "So Jonathan! Jetzt werden wir mal sehen, was Du da jetzt machst, wenn ich Dich ins Meer werfe!" Jack ließ den Fisch im Wasser los, und dieser schwamm drauflos. Er kam im Unterwasserreich an, und versuchte seinem Ärger Luft zu machen. Aber es ging nicht. Sie alle lachten und Vater Kishu machte den kleinen Fisch namens Jonathan im Schloss zu seinem Untertan. Nun hatte er keine Macht und keine Kraft mehr. Jack zog sich wieder den Umhang an und tauchte wieder hinab ins magische Reich der Nixen und Wassergeister, wo er sogleich erfuhr, was aus dem kleinen Fisch Jonathan geworden war. Kishu, Korallie und auch Kiula waren stolz auf Jack, weil er die Verwandlung hinbekommen hatte. Er wurde als großer Held gelobt. "Du hast magische Kräfte in Dir!" sagte Kiula's Vater. Korallie stimmte zu. Kiula war am meisten stolz auf ihren Liebling Jack. Und so hielt Kishu sein Versprechen. Als das Meer wieder ruhig war, sagte er: "Nun lasst uns zusammen kommen zu einem großen Fest! Und ich werde im Rahmen dieses Festes, in einer Zeremonie die beiden Zauber durchführen. Jack Du bist unser Held des Tages und stets ein gern gesehener Gast mit Deiner zukünftigen Frau, meiner Tochter Kiula." "Das ist unsere Tochter!" verbesserte Korallie. "Ja, hast schon recht!" gab Kishu zurück.

 

So war es dann auch. Es wurde ein großes Fest gefeiert. Die Zauber wurden vollzogen, und Jonathan der Fisch musste zusehen und konnte nichts, aber wirklich nichts dagegen tun. Aber nicht nur die magische Zeremonie war Bestandteil des Festes, nein auch die Verlobung von Jack und Kiula. Jack stellte Kiula die alles entscheidende Frage: "Liebe Kiula! Willst Du mich heiraten?" "Ja, ich will!" antwortete Kiula laut, umarmte und Küsste Jack und die Festgäste applaudierten. Natürlich wurde auch Jack als Held gefeiert, weil er Korallie ins Nixenreich zurückgebracht, und Jonathan in einen kleinen Fisch verzaubert hatte. Korallie's Ankunft war auch ein Grund zum Feiern. Nach dem Fest verabschiedeten sich Jack und Kiula von allen Gästen und trieben aufwärts. Jack wollte Kiula sein Haus zeigen. Es war für sie ein eigenartiges Gefühl auf festem Boden zu stehen, aber Kiula wusste, mit Jack an ihrer Seite konnte ihr nichts passieren.

 

Endlich waren Kiula und Jack bei ihm zuhause angekommen. Vor seiner Haustür fand Jack einen Brief. "Eigenartig! Wer schreibt mir denn?" dachte Jack. Während sich Kiula im Bad duschte, öffnete Jack den Brief. Das Papier war mit Herzchen verziert. Er las:

"Lieber Jack!

Ich habe den Plausch mit Dir im Eissalon sehr genossen. Können wir das wiederholen? Der eigentliche Grund, wieso ich Dir schreibe ist, dass ich Dir etwas gestehen muss. Jack, ich habe mich in Dich verliebt!

viele Tausend Küsschen

                        Deine Melissa"

Jack schlug die Hände vor seinem Gesicht zusammen. Da hatte er sich gerade erst verlobt, und dann eröffnete ihm Melissa, dass sie sich in ihn verliebt hatte! Als Kiula aus der Dusche kam, hatte Jack den Brief schon längst versteckt. Kiula fand ihren Verlobten nachdenklich im Wohnzimmer, auf dem Sofa sitzend vor. "Was ist denn los Darling?" fragte sie einfühlsam, setzte sich neben ihn und streichelte ihm über den Kopf. "Ach nichts Süße!" sagte Jack und nahm Kiula in den Arm. "Jack wo darf ich denn schlafen? Denn wie ich gesehen habe, hast Du noch kein Doppelbett." "Du darfst im Gästezimmer schlafen." "Okay. Aber nun sag schon, was jetzt mit Dir los ist Jack. Bitte!" "Liebling, dass ist jetzt nicht wichtig. Wichtiger ist doch, dass wir endlich zusammen, und verlobt sind." Er küsste sie. Sie seufzte und sagte: "Nun gut, wenn Du nicht darüber reden willst, will ich Dich auch nicht nerven." Sie kuschelten noch eine Weile am Sofa und gingen dann schlafen.

 

Als Jack am nächsten Morgen ins Büro kam, fand er auf seinem Schreibtisch eine kleine Packung I-Love-Milka-Herzen vor. In der Pause rief er Melissa an und bat sie, mal zu ihm ins Büro zu kommen. Er musste unbedingt mit ihr reden. Kurze Zeit später klopfte es auch schon und Jack sagte: "Herein!" Melissa steckte den Kopf zur Tür herein und kam erwartungsvoll näher an seinen Schreibtisch heran. Jack räusperte sich und sagte: "Hm, Melissa, die Sache mit dem Brief und den Milka-Herzen finde ich ja ganz süß von Dir, aber..." "Aber was?" unterbrach Melissa. "Aber es wird nichts aus uns zwei." In Melissa brach eine Welt zusammen. Das sah Jack in ihrem Gesichtsausdruck. Sie musste sich beherrschen, um nicht zu weinen und fragte: "Wieso Jack? Wieso wird's nichts mit uns?" Jack seufzte tief. "Melissa, es ist so, dass ich seit gestern verlobt bin." "Oh, dass muss ich nun aber erst mal verdauen!" sagte Melissa und lief aus seinem Büro. Kurze Zeit später kam Cathy, eine andere Kollegin in Jacks Büro und fragte: "Jack, weißt Du was mit Melissa los ist? Man hört sie nämlich auf der Damentoilette weinen." "Die Sache geht nur Melissa und mich was an. Und jetzt entschuldige mich!" Sagte Jack kühl. Cathy raute sich nichts mehr zu sagen und verließ sein Büro. Cathy beobachtete wie Melissa verheult aus der Damentoilette kam. Bevor sie jedoch in ihrem Büro verschwinden konnte, fing Cathy sie ab und fragte: "Was ist denn los Melissa?" "Ich habe Liebeskummer. Mehr sage ich jetzt nicht dazu." antwortete Melissa und verschwand in ihrem Büro.

 

Unterdessen, während Jack im Büro war, schaute sich Kiula die Ortschaft an. Außerdem ging sie auch ins Meer baden, und stattete ihren Eltern und Schwestern einen Besuch ab. Kurz nachdem Kiula wieder im Haus angekommen war, kam auch Jack nach Hause. Gemeinsam gingen sie in ein Strandcafé und Jack erzählte seiner Kiula, was ihn am Vorabend so nachdenklich gestimmt hatte. Kiula war erleichtert, weil Jack Melissa von der Verlobung erzählte. "Warum hast Du denn nicht schon gestern mit mir darüber gesprochen Jack?" "Weißt Du Kiula, ich wollte erst mal eine Nacht drüber schlafen und mit Melissa ein Gespräch führen." Dies war für Kiula natürlich auch wieder verständlich.

 

Am Abend telefonierte Jack mit seinen Eltern, die in der ungefähr 400km entfernten Hauptstadt London lebten. Im Telefonat erzählte Jack, dass er sein Liebesglück gefunden hatte, und das seine Verlobte nun bei ihm eingezogen war. In 2 Monaten wollten sie heiraten. Außerdem erklärte Jack, dass es eine Unterwasserhochzeit geben würde. Nur die kirchliche und standesamtliche Hochzeit findet in der Menschenwelt statt. Seine Eltern waren natürlich neugierig, wieso gerade eine Unterwasserhochzeit. Darauf antwortete Jack, das er alles in einer Geschichte geschrieben hatte und bat um eine e-Mailadresse. Nach dem Telefongespräch setzte sich Jack an den Computer und schickte die Datei an seine Mutter. Jacks Eltern lasen die Geschichte, und sie waren ganz perplex. Sie schrieb zurück: "Aber Jack! Du willst doch nicht unser Leben aufs Spiel setzen, bei dieser sogenannten Unterwasserhochzeit!" Jack antwortete wiederum: "Ihr werdet schon sehen, es wird alles gut gehen!" Die Mutter schrieb als weitere Antwort: "Wir sind auch schon auf Deine Schwiegereltern gespannt. Spontan haben Papa und ich beschlossen, Euch am Wochenende einen Besuch abzustatten. Wäre das okay für Euch?" Jack antwortete: "Okay, wir freuen uns auf Euer Kommen. Kiula freut sich auch schon ihre Schwiegereltern kennen zu lernen." Nach diesem Satz schrieb er einen Smiley in die E-Mail, bevor er sie abschickte. Kiula und Jack waren schon ganz aufgeregt.

 

Am Freitagabend war es soweit. Ein Auto mit Londoner Kennzeichen parkte vor Jack's Haus. Sofort als Jack das Auto seiner Eltern sah, sagte er: "So komm Kiula-Schatz! Sie sind da!" Es gab für alle zuerst eine sehr herzliche Begrüßung. Doch dann änderte sich die Stimmung schlagartig, als Jack's Vater James das Wort an Kiula richtete: "Hi! Du bist also Kiula, die ehemalige Nixe." James musste lachen, während er dies sagte. Er konnte es noch immer nicht glauben, dass sein Sohn eine Nixe liebte. "Guten Abend! Ja, ich bin wirklich eine Nixe das ist kein Scherz! Sie werden es selbst sehen. Morgen besuchen wir meine Eltern,  Jack's Schwiegereltern im Unterwasserreich." "Wie soll denn das funktionieren? Wollen Sie uns ermorden? Denn die Zauberumhänge kann es nicht wirklich geben! Die hat unser Sohn Jack sicher nur in seiner Geschichte erfunden." Nun reichte es Jack und ihm platzte der Kragen. "Jetzt reicht es aber Dad! Du bist aber nur wenig freundlich zu Kiula! Am Liebsten würde ich Euch gleich wieder aus dem Haus schmeißen! Als meine Eltern habt Ihr meine Verlobte gefälligst zu akzeptieren! Und nein, die Umhänge sind keine Erfindung von mir! Ihr werdet's ja sehen!" Jetzt richtete Jack's Mutter Maggy das Wort an Jack und seinen Vater James: "Nun beruhige Dich doch wieder Jack! Und Du James hörst auf, gleich nach unserer Ankunft mit der Verlobten unseres Sohnes zu diskutieren, und Dich über sie lustig zu machen! Es wird schon alles seine Richtigkeit haben! Außerdem sind wir gekommen, um hier ein schönes Wochenende zu verbringen!" James grummelte: "Ja schon Maggy, aber mal ehrlich, dass ist doch alles kindischer Kram!" Die Stimmung war geladen! Jack war kurz davor, seinen Vater hinaus zu schmeißen. Er besann sich aber und wandte sich seiner Liebsten zu. "Kiula, bitte nimm Deinen Umhang und tauche hinab zu Deinen Eltern. Wir brauchen noch 2 Umhänge." "Ja ist gut." Sie zog sich ihren Umhang über, ging zum Meer und tauchte unter ins Nixenreich ihrer Eltern. Auf dem Weg ins Schloss begegnete Kiula ihrer Freundin Delfou. "Hallo Delfou!" sagte Kiula und schwamm weiter, bis sie im Schloss bei ihren Eltern ankam. Korallie und Kishu freuten sich sehr über den Besuch ihrer Tochter. "Hallo Kiula Süße! Was führt Dich zu uns?" wollte der Vater wissen. "Pa, wir brauchen noch ein Paar Zauberumhänge, genauer gesagt 2, weil Jack's Eltern übers Wochenende da sind und wir möchten Euch morgen zu viert besuchen." "Okay, wir holen welche, bzw. Deine Mutter wird Dir gleich welche bringen." Kiula musste keine 5 Minuten warten, bis Korallie mit den 2 Umhängen wieder auftauchte. "Hier Süße! Oh, ich habe Dich so vermisst!" Korallie umarmte ihre Tochter. "Ich habe Dich auch vermisst Mama." "Ich finde es so schade, dass Du nicht mehr bei uns wohnst." "Ja, aber wir sehen uns doch immer wieder, sicher ein Mal täglich, zum Beispiel während Jack surfen geht komme ich Euch besuchen." "Okay!" Korallie's Stimme klang weinerlich. Kiula mochte es nicht, wenn ihre Mutter weinte. Nach dem Plausch mit ihrer Mutter und der Verabschiedung, trieb Kiula mit den 2 Umhängen im gepäck wieder aufwärts.

 

Als sie wieder zuhause ankam, zeigte sie Jack's verdutzten Eltern die Umhänge. "Der hier ist für Dich Maggy, ein Umhang für Frauen, und der Zweite ist für Dich James, ein Umhang für Männer." "Oh! sieht schick aus!" sagten Jack's Eltern. James dachte bei sich: "Mal sehen, ob der Fetzen im Wasser wirklich was taugt!" Diesen Gedanken sprach er allerdings nicht aus. James war noch immer etwas misstrauisch und ungläubig.

 

Nach dem Abendessen gingen sie schlafen. Die Eltern nächtigten im Gästezimmer. Dort hatte Jack noch ein Notbett hineingestellt. Weil Jack in seinem Schlafzimmer noch kein Doppelbett hatte, ließ er Kiula in seinem Bett nächtigen und er schlief auf der Couch. Normalerweise musste Kiula momentan im Gästezimmer übernachten, aber durch den Besuch von Jack's Eltern war alles jetzt ein Bisschen anders. James und Maggy hatten sich aber schon etwas ausgedacht. Sie wollten Jack und Kiula als Hochzeitsgeschenk ein Doppelbett schenken.

 

Am nächsten Tag war es dann soweit. Jack sagtevoller Freude: "So Ihr Lieben! Jetzt geht's ab ans Meer, meine Schwiegereltern besuchen!" Er war frohen Mutes, und auch Kiula freute sich und hüpfte auf und ab. Dann sagte sie ermunternd zu Jack's Eltern: "Na kommt schon, Maggy und James, zieht Euch die Umhänge über. Keine Angst, es passiert Euch nichts! Es ist wirklich alles ganz sicher. Unter Wasser könnt Ihr ganz normal weiter atmen, sowie Ihr es gewohnt seid." Sie taten, wie ihnen geheißen wurde.

 

Im Meer surfte Jack ein paar Runden, und dann ging der Ausflug in die magische Unterwasserwelt los. Alle 4 hielten sie sich an den Händen, und tauchten gemeinsam unter. Jetzt erst wurden die letzten Zweifel endgültig beseitigt. Mit dem Umhang fühlte es sich unter Wasser ganz leicht an, und atmen konnten sie wie an Land, sowie es Kiula gesagt hatte. James und Maggy staunten nicht schlecht, als sie das Unterwasserreich mit dem Kristallpalast erreichten. Es war einfach schön! Jack und Kiula stellten ihren Eltern James und Maggy vor. Sie alle unterhielten sich gut. Dann sagte Jack: "So Ihr Lieben, ich würde sagen, wir treffen uns am Strand alle wieder. Ich möchte noch surfen gehen." Kiula und Jack's Eltern waren einverstanden. Sie wollten noch im Unterwasserschloss bleiben. James und Maggy lernten übrigens auch die Nixenzwillinge Flossalia und Atlantika kennen. Die waren irgendwie ein Bisschen neidisch, weil ihre große Schwester nun liiert war. Aber Flossalia und Atlantika waren 4 Jahre jünger als Kiula, also erst ca. 16 Jahre alt.

 

Schließlich verabschiedeten sich Kiula, Maggy und James von Korallie, Kishu, Flossalia und Atlantika, und trieben wieder aufwärts, in Richtung Menschenwelt. Da beobachteten sie etwas lustiges und außergewöhnliches: Jack surfte mit Kiula's Freundin Delfou um die Wette. Alle mussten lachen und Maggy sagte: "Na das ist ja lustig! Unser Sohn, Dein Verlobter surft mit einem Delfin um die Wette!" Kiula kicherte. Dann antwortete sie: "Soll er ruhig! Hauptsache, die beiden haben Spass beim Wellenreiten. Delfou ist übrigens eine Freundin von mir." Nachdem sie das lustige Spiel zwischen Jack und der Delfindame ausgiebig beobachtet hatten, begaben sich Kiula, Maggy und James zum Strand. Dort wollten sie auf Jack warten. Als Jack an den Strand kam, erzählten Maggy, James und Kiula, dass sie das lustige Spiel zwischen Delfou und ihm beobachtet hatten, und dass es sehr erheiternd war. Es war ein wunderschöner Tag gewesen. Die Stimmung war gelassen und alle 4 gingen sie in Jack's Haus und verbrachten noch einen gemütlichen Abend zusammen, und am Sonntag reisten Jack's Eltern wieder ab. James entschuldigte sich auch noch bei Kiula wegen seinem doofen Verhalten vom Freitagabend. Jack war froh, dass sein Dad sich bei Kiula entschuldigt hatte.

 

Die Hochzeitsvorbereitungen liefen gut. Es war nicht so einfach, alles nötige in die Unterwasserwelt zu schaffen. Aber mit Magie ging alles. Sachen, die nicht nass werden durften, wie z.B. Speisen bekamen einen Schutzzauber. Alles wurde in den Unterwasserpalast gebracht. "Aber wie machen wir das mit der kirchlichen Hochzeit?" fragte Jack. "Müssen wir ja nicht unbedingt." antwortete Kiula. "Doch, ich bin schon sehr gläubig erzogen worden. Mir ist das schon wichtig." meinte Jack. "Ja glaubst Du wir kriegen einen Pfarrer dazu, in die Unterwasserwelt zu kommen? Kirchliche Oberhäupter halten alles was magisch ist, so auch Nixen usw. für ketzerisch." Jack erwiderte seufzend: "Ja, da hast Du schon recht, aber..." Er wurde von Kiula unterbrochen. "Die Hochzeitszeremonie, die in der Menschenwelt kirchlich wäre, wird mein Vater übernehmen." Nun kam Jack mit einer guten Idee: "Wir können ja in der Menschenwelt auch kirchlich heiraten. Der Pfarrer muss ja nichts davon wissen, dass meine Süße Braut früher eine Nixe war." Er lachte und küsste sie stürmisch. Dann fragte er: Und Kiula, bist Du amit einverstanden? Die standesamtliche Hochzeit und die kirchliche Hochzeit finden in der Menschenwelt stadt, und die restlichen Hochzeitsfeierlichkeiten finden bei Deinen Eltern im Unterwasserreich statt." "Da hast Du eigentlich eine gute Idee Jack, aber meine Eltern und Schwestern müssen dann einen Weg finden, um in der Menschenwelt auch dabei sein zu können. Ich werde mal mit ihnen reden." sagte Kiula.

 

Gesagt, getan. Sie sprach mit ihren Eltern darüber und ihre Mutter Korallie sagte: "Das müsst Ihr schon selbst so machen, wie Ihr es für richtig haltet. Wenn Jack kirchlich heiraten möchte, dann soll es so sein. Uns macht es nichts, wenn wir in der Kirche nicht dabei sind. Wir können ohnehin mit der menschlichen Kirche nicht viel anfangen. Wir verachten die Kirche nicht, finden es aber unfähr, dass die Kirche die Magie und uns magische Wesen und Naturgeister verachtet, bzw. als ketzerisch abstempelt. Während Ihr beiden oben in der Menschenwelt die Trauung beim Standesamt und in der Kirche feiert, schauen wir darauf, dass die Vorbereitungen für die Feierlichkeiten bei uns zu Ende gebracht werden." Kiula verkündete Jack das was ihre Eltern meinten, und so kamen Kiula und Jack überein, dass die kirchliche Hochzeit in der Menschenwelt stattfinden sollte.

 

Die Zeit verging wie im Flug und dann war es endlich soweit. Die Hochzeit fand statt, und es war genauso schön, wie es sich Jack und Kiula vorgestellt hatten. Die Braut war schön gekleidet, mit weißem Brautkleid und langer Schleppe. Die Haare waren hochgesteckt und Kiula lachte an diesem Tag übers ganze Gesicht. Jack ihr Bräutigamm war nicht weniger fröhlich drauf. Er trug einen schwarzen Frack, ein weißes Hemd und eine Fliege. Sowohl die kirchliche Hochzeit im Ort und beim Standesamt, als auch die Unterwasserhochzeit waren ein voller Erfolg. Jack und Kiula freuten sich sehr über das Hochzeitsgeschenk von Jack's Eltern Maggy und James. Sie bekamen endlich ein Doppelbett! Von Kiula's Eltern Korallie und Kishu bekam Jack ManschettenKnöpfe, die aus wertvollem Perlmut gefertigt, und mit Gold verziert waren. Kiula bekam einen goldenen Ring. Es war ein Ring, der ihr auch in der Menschenwelt magische Kräfte verlieh. Der Ring hatte vor allem eine besondere magische Wirkung. Schutz in allen Lebenslagen. Außerdem konnte Kiula nun mit der Hand an der sie den Ring trug Wunden oder andere kranke Körperstellen durch Handauflegen heilen. Kiula und Jack bedankten sich herzlich sowohl bei seinen Eltern, als auch bei ihren Eltern für die wunderbaren Geschenke. Kiula nahm sich vor, in der Menschenwelt als Masseurin zu arbeiten.

 

Nach dem Hochzeitsfest kehrten Jack, Kiula, Maggy und James wieder in die Menschenwelt zurück. In der selben Nacht wurde noch das neue Doppelbett aufgestellt, damit das frisch verheiratete Paar seine Hochzeitsnacht darin verbringen konnte. Jack's altes Bett wurde ins Gästezimmer, neben das schon vorhandene Bett gestellt. Jack's Eltern übernachteten im Gästezimmer und niemand musste mehr auf der Matratze am Boden übernachten, weil ja nun 2 Betten im Zimmer standen. Kiula und Jack hatten eine schöne Hochzeitsnacht.

 

Kiula ließ sich zur Maseurin ausbilden, und machte den Führerschein. Jack und seine Eltern halfen Kiula beim Aufbau ihrer eigenen Maseurpraxis, die sich in Newcastle befand. Das ging nicht anders, denn in einer Stadt gab es mehr Möglichkeiten.  Sowohl Kiula's Eltern, als auch Jack's Eltern freuten sich, dass sie nun beide einen Job hatten, und das Kiula als Maseurin so erfolgreich war. Es kamen auch immer wieder Kunden aus Ampel, und sie alle berichteten nur gutes, und dass sie sehr zufrieden waren. Die meisten klagten dann nie wieder über Schmerzen. Oft wurde Kiula danach gefragt, wie sie dies machen konnte, Schmerzen einfach so auszulöschen. Aber es blieb Kiula's Geheimnis. Niemand wusste vom magischen Ring. Kiula's Geschäft lief sogar so gut, dass sie nach einiger Zeit eine zweite Maseurin anstellen konnte. Und so war es fast jeden Tag. Jack fuhr am Morgen ins Büro im Gemeindeamt von Ambel, während Kiula nach Newcastle in ihre Praxis fuhr. Jack war übrigens nun auch weniger anfällig für Krankheiten und Erkältungen, weil er von seiner Frau Kiula immer liebevoll gestreichelt und masiert wurde. 

 

 

 

 

 
   

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