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Der königliche Zauberlehrling

Der königliche Zauberlehrling

 

Vor langer Zeit, als Mensch und Natur noch enger miteinander verbunden waren, regierte in einem Land namens Friedensreich ein mächtiger, aber stets gutmütiger König namens Leon. König Leon hatte einen Sohn namens Henry.

 

Prinz Henry interessierte sich mehr und mehr für Magie und Zauberei. Außerdem faszinierten ihn Wesen wie: Feen, Elfen, Einhörner, usw. Von diesen Wesen gab es im Wald in der Nähe des Schlosses sehr, sehr viele.

 

Als sein Vater, König Leon mitbekam, dass Henry magische Dinge interessierten, sprach er mit seinem guten Freund, dem großen Zauberer Heileros. Der König freute sich, dass er seinem Sohn die erfreuliche Nachricht überbringen konnte, dass der Königsohn beim Zauberer Heileros in die Lehre gehen durfte. Henry war sehr erfreut darüber und König Leon setzte große Hoffnungen in seinen Sohn. Leon hatte seinen Sohn Henry als Nachfolger vorgesehen und ein König mit Zauberkräften könne sehr viel erreichen dachte der König. Er war sehr stolz auf seinen Jungen.

 

Zauberer Heileros war ein weißmagischer Zauberer. Er hatte sich, wie der Name schon verriet auf das Heilen und Heilzauber spezialisiert.

 

Heileros erkannte sofort, wie viel Potenzial in Henry steckte. Heileros brachte dem Königsohn alles geduldig bei. Der Zauberer war aber auch sehr vorsichtig, weil er Angst hatte, dass der Junge die Magie missbräuchlich verwenden könnte.

 

Eines Tages bekam der königliche Zauberlehrling Henry eine Aufgabe. Zauberer Heileros bat Henry in den Wald zu gehen, um dort Einhörner um ein Stück Horn zu bitten. Heileros schätzte die Heilkraft der Hörner sehr und war den Einhörnern immer sehr dankbar für ihre Hilfe. Bei dieser Aufgabe sollte Henry das erste Mal lernen, wie man als Zauberer mit anderen magischen Wesen zusammenarbeitet. Weil Henry magische Wesen mochte, freute er sich sehr auf und über diese Aufgabe. Zauberer Heileros gab dem Jungen auch einen Zauber mit. Bei diesem Zauber handelte es sich um einen Heilzauber für Einhörner, damit die abgeschnittene Stelle am Horn schnell verheilen, und neues Horn wieder nachwachsen konnte. Weiters erklärte Heileros seinem Lehrling, dass er keine kleinen Einhörner um ein Stück Horn bitten sollte, denn Einhörner haben erst dann ihre volle Heilkraft, wenn sie ausgewachsen sind.

 

Nachdem Henry seinem Lehrmeister versprochen hatte, dass er alles befolgen werde, machte er sich munter auf den Weg in den Wald. Er war gespannt, wann und wo er das erste Einhorn treffen würde.

 

Bei einer Waldlichtung sah Henry eine Einhornherde friedlich schlafen. Diese Lichtung hieß tatsächlich Einhornlichtung. „Was soll ich nun machen?“ Fragte sich der königliche Zauberlehrling. „Soll ich einfach hier herumsitzen und warten, bis die Einhornherde aufwacht, oder soll ich mir die Hörner heimlich schnappen? Henry entschied sich zuerst für die erste Variante. Er setzte sich also auf eine Wiese und wartete geduldig.

 

Doch nach einiger Zeit des still herum Sitzens und Wartens dachte Henry: „Diese Herumsitzerei ist ja nur pure Zeitverschwendung! Mir bleiben jetzt eigentlich nur noch 3 Möglichkeiten: 1. die Herde zu wecken, um mein Anliegen zu schildern, 2. mir heimlich die Hörner zu schnappen, und Möglichkeit Nummer 3 wäre weiter zugehen, um eine andere Einhornherde zu suchen.“ Ich glaube, wenn es damals schon Handys gegeben hätte, hätte Henry augenblicklich seinen Meister angerufen, um ihn um Rat zu fragen. Aber er war nun ganz auf sich allein gestellt und musste alleine eine Entscheidung treffen.

 

Während Henry so da saß und nachdachte, beobachtete er die schlafenden Einhörner. Die schönen, gedrehten Hörner faszinierten ihn. Da überkam es ihm und Henry traf eine gravierende Fehlentscheidung.

 

Zauberer Heileros saß in seinem Haus und dachte nach. Er hatte ein mulmiges Gefühl und sagte sich: „Ach, vielleicht war es doch keine gute Idee, den Prinzen alleine in den Wald zu schicken. Wenigstens beim ersten Mal hätte ich ihn begleiten sollen.“ Dann fragte er sich noch: „Habe ich dem Jungen zu viel zugetraut?“ Es schien so, als wie wenn Heileros fühlen würde, dass sein Lehrling eine falsche Entscheidung getroffen hatte.

 

Der Prinz und Zauberlehrling dachte nicht an seinen Meister, dass dieser sich Sorgen um ihn machte. Er schlich zur schlafenden Herde hin und schnitt jedem Einhorn mit einer kleinen Säge das Horn ab. Nur dem kleinsten Mitglied der Herde, einem Einhornmädchen schnitt er das Horn nicht ab. Daran hielt sich der Bursche wenigstens. Aber mit dem Einhornmädchen hatte er etwas anderes vor. Henry richtete seinen Zauberstab auf das kleine Einhorn und murmelte eine Zauberformel. Er verwandelte das Einhornmädchen in eine Menschenprinzessin. Die ganze Herde samt der kleinen Prinzessin, die eigentlich auch ein Einhorn war schlief noch. Dies wunderte den Prinzen. Dann fiel ihm aber wieder ein, dass Zauber Heileros ihm einmal erzählte, dass Einhörner nachdem sie länger unterwegs waren sehr viel und fest schlafen. Der Königsohn beschloss schnell mit der Prinzessin und den Hörnern zu verschwinden. Doch dann kam er schlagartig wieder zur Vernunft. Er beträufelte die Einhörner mit dem Öl, dass den Einhorn-Heilzauber enthielt. Ein Tropfen des Einhorn-Heilzauberöls traf auch das in eine Prinzessin verwandelte Einhornmädchen, und sofort wurde es wieder in ein kleines Einhornmädchen zurückverwandelt. „So ein Mist!“ Dachte Henry. „Die Prinzessin wollte ich nicht zurückverwandeln!“ Er sah dann aber ein, dass er mit der Verwandlung einen Fehler machte. Dann fiel ihm auch ein, dass es ein Fehler war, den Einhörnern das ganze Horn abzuschneiden. Der wieder zur Vernunft gekommene Henry blickte alle Einhörner der Herde an und stellte beruhigt fest, dass der Heilzauber gewirkt hatte und die Hörner nachgewachsen waren. Nachdem er sich einige Zeit in der Herde umgesehen hatte, versuchte er mit dem Geist des Leittiers der Herde Kontakt aufzunehmen. Es gelang dem Zauberlehrling aber noch nicht, weil seine medialen Fähigkeiten noch nicht wirklich gut ausgeprägt waren. Henry wollte sich nämlich für sein vernunftloses Verhalten entschuldigen. Der Prinz überlegte, wie er den Einhörnern eine Nachricht hinterlassen könnte. Jetzt wo er wieder zur Vernunft gekommen war, wollte er sich nicht einfach so davonstehlen.

 

Nach einer Weile kam Henry auf die Idee, es gedanklich zu versuchen. Er konzentrierte sich also gedanklich auf das Leittier der Einhornherde und versuchte mittels Telepathie (Gedankenübertragung) dem Leittier eine Nachricht zu übermitteln:

 

„Liebes Leittier der Einhornherde!

Ich, Prinz Henry von Friedensreich möchte mich für mein vernunftloses Verhalten ganz herzlich entschuldigen. Ich will Ihnen nun beichten, was ich getan habe. Zuerst habe ich allen ausgewachsenen Einhörnern die ganzen Hörner abgeschnitten. Dann habe ich Ihr kleinstes Herdenmitglied in eine Menschenprinzessin verwandelt. Danach kam ich schlagartig wieder zur Vernunft und wollte, dass Eure Hörner wieder nachwachsen. Darum beträufelte ich die Wunden mit Einhorn-Heilzauberöl. Ein Tropfen des Öls traf auch die kleine Prinzessin und sie wurde wieder in ein Einhornmädchen zurückverwandelt. Ich bin froh, dass ich wieder zur Vernunft gekommen bin und wieder alles in Ordnung bringen konnte. Mir fiel auch alles wieder ein, was mein großer Lehrmeister, Zauberer Heileros mir gesagt und geraten hatte. Ich schäme mich so, dass ich das, was er mir sagte missachtet habe. Ich hoffe sehr, dass Sie und ihre Herde mir verzeihen können. Ich bitte auch um ein Zeichen, damit ich weiß, ob diese Nachricht bei Ihnen angekommen ist oder nicht.“

 

Nachdem Henry die Nachricht telepathisch gesendet hatte, streichelte er noch jedes Einhorn einzeln, nahm die Hörner und ging langsam und andächtig fort. Der königliche Zauberlehrling hoffte sehr, dass die Einhornherde ihm verzeihen würde. Er hoffte auch, dass Heileros ihm nicht böse sein würde. Schließlich brachte er auch alles wieder in Ordnung.

 

Als Henry schon eine Weile unterwegs war kam er drauf, dass er sich im Wald verirrt hatte. Er war verzweifelt und dachte: „Ist das jetzt eine nachträgliche Strafe für das, was ich den Einhörnern angetan habe, obwohl ich alles wieder in Ordnung gebracht habe?“ Henry setzte sich auf den Waldboden und weinte.

 

Zuhause machte sich Zauberer Heileros nach wie vor Sorgen um seinen Lehrling. „Er sollte eigentlich schon längst wieder zurück sein! Hoffentlich ist nichts passiert!“ Dachte sich Heileros. In diesem Augenblick klopfte es an die Tür. „Herein!“ rief Heileros. Die Tür ging auf und ein Bote des Königs trat herein. „Guten Tag ehrwürdiger Bote des Königs. Was kann ich für Sie tun?“ fragte Heileros. „Guten Tag ehrwürdiger Zauberer! Der König lässt fragen, ob Sie schon etwas von seinem Sohn, Prinz Henry gehört haben?“ Traurig schüttelte Heileros den Kopf und erwiderte: „Nein, leider noch nicht. Ich mache mir ja auch schon große Sorgen um den Prinzen, der auch mein Lehrling ist.“ „Bitte kümmern Sie sich darum, dass er schnellstmöglich wieder da ist. Sie als Zaubermeister haben momentan die Verantwortung für ihn. Das wissen Sie doch oder Heileros?“ „Ja natürlich ehrwürdiger Bote des Königs.“ Nach diesem Dialog ließ sich der Bote zur Tür bringen, verabschiedete sich und ging.

 

Henry saß nach wie vor weinend am Boden des Waldes. „Warum weinst Du?“ Fragte eine feine Stimme. Der Königsohn zuckte zusammen und fragte: „Wer ist da?“ „Schau Dich doch einmal um!“ Sagte die Stimme. Henry sah sich um. Und was sah er da neben sich stehen? Zuerst traute er seinen Augen nicht. Es war das Einhornmädchen, dass er vorhin für kurze Zeit in eine Menschenprinzessin verwandelt hatte. Er streichelte das Einhorn und es lächelte ihn an.

 

Henry wischte sich die Tränen ab und senkte den Kopf. Er wollte das kleine Einhorn nicht ansehen, weil er sich noch immer schämte. Nachdem das Einhorn eine Weile still neben Henry gesessen hatte, sprach es ihn wieder an: „Was ist los? Warum blickst Du mich nicht mehr an? Und warum hast Du geweint?“ Henry erklärte dem Einhornmädchen alles und sagte ihm, dass er sich im Wald verirrt hatte. Das Einhorn kitzelte den Prinzen mit seiner Mähne, um ihn etwas aufzuheitern. Henry nahm seinen ganzen Mut zusammen und fragte das Einhornmädchen: „Also bist Du mir nicht böse?“ Das Einhorn lachte und sagte: „Ach nein mein lieber Königsohn! Ich bin Dir nicht böse. Weißt Du, ich habe mir eigentlich immer gewünscht, eine Menschenprinzessin zu sein. Dieser Wunsch wäre fast in Erfüllung gegangen. Doch dann ist ein Tropfen des Öls bei mir angekommen und seither bin ich wieder ein Einhorn. Ich habe das Ganze im Traum mitbekommen. Das Leittier unserer Herde sagte, ich soll Dich suchen und Dich begleiten. Ich heiße übrigens Safija. Der Name bedeutet Reinheit und Aufrichtigkeit. Wir Einhörner sind ein Symbol für Reinheit.“ Henry antwortete: „Dein Name ist wunderschön. Aber nun beantworte mir noch folgende Frage: Euer Leittier ist mir auch nicht böse?“ „Nein, das Einhorn, dass unsere Herde leitet ist Dir auch nicht böse. Es hat Deine Nachricht erhalten. Nun will ich Dich aber erstmal nach Hause begleiten. Gewiss machen sich schon alle Sorgen um Dich.“ „Danke!“ rief Henry und schlang seine Arme um den Hals des Einhorns. Dieses wieherte vergnüglich. Dann ging es ruhig voran, und der Prinz ging hinterher.

 

Einige Zeit später standen Safija und Henry vor dem Haus des Zauberer Heileros. „Danke, Safija.“ Sagte Henry und umarmte sie abermals. Sie wieherte wieder vergnüglich und dann sagte Safija: „So, nun musst Du ins Haus, und ich muss vorerst wieder in den Wald zurück.“ „Halt! Warte! Ich will Dich wieder sehen!“ rief Henry. „Wenn Du willst kannst Du mich morgen wieder im Wald besuchen kommen.“ Antwortete Safija und ging.

 

Zaghaft klopfte Henry an die Haustüre und Zauberer Heileros öffnete sogleich. „Oh mein Junge! Gott sei Dank bist Du wieder da!“ Rief Heileros und umarmte Henry. „Nun, mein Lieber, erzähle mir nun, was Du im Wald erlebt hast.“ Befahl Heileros. Henry berichtete seinem Lehrmeister alles und beichtete ihm auch die Fehler, die er gemacht hatte. Dann erzählte Henry aber auch, dass er seine Fehler gleich nachdem er wieder zur Vernunft kam wieder in Ordnung gebracht hatte.

 

Nachdem der Lehrling seinem Meister alles detailliert erzählt hatte, kam der Zauberer endlich zu Wort und sagte: „Mein Junge es ist gut so, dass Du Deine Fehler eingesehen, und alles wieder heil gemacht hast. Es gibt also keinen Grund mehr, auf Dich böse zu sein.“ Henry atmete tief durch. Er war erleichtert, dass Heileros nicht böse auf ihn war. Doch da belastete ihn Noch etwas und er fragte: „Heileros, werden Sie meinem Vater, König Leon von meinen Fehlern erzählen?“ Der Zauberer strich dem Prinzen sanft über die Haare und antwortete: „Dein Vater ist ein guter Freund von mir. Es wäre also eine Schande, wenn ich ihn belügen würde. Ich werde aber auch ein gutes Wort für Dich einlegen und ihm erzählen, dass Du alles wieder gut gemacht hast. Dann wird und kann er Dir nicht böse sein.“ „Danke Heileros, vielen herzlichen Dank!“ Sagte Henry und umarmte den Zauberer. Dieser lächelte und sagte: „Weißt Du, Du bist ein guter Junge. Du bist nicht so überheblich und machthungrig, wie es viele andere Königsöhne sind. Dein Vater hat guten Grund auf Dich stolz zu sein. Versprich mir aber bitte 2 Dinge: 1. das Du Dich zukünftig an das, was ich Dir sage hältst, und 2. das Du die Magie nie missbräuchlich verwenden wirst.“ Henry versprach es und schwor es dem Zauberer. Danach machten sich Heileros und Henry auf den Weg ins Schloss. Der Zauberer wollte sein Versprechen halten und mit König Leon reden.

 

Der König schloss seinen Sohn in die Arme. Zauberer Heileros erzählte seinem Freund dem König alles und legte auch ein gutes Wort für Henry ein. Als Heileros fertig erzählt hatte, seufzte König Leon tief und sagte: „Na Hauptsache Du bist wieder da und hast alles wieder richtig gemacht. Ich weiß ja, dass mein Sohn ein guter Junge ist, auf den man stolz sein kann.“ Jetzt umarmte der Prinz seinen Vater und dann erzählte er ihm, welches Versprechen er seinem Lehrmeister Heileros gab und das er dieses nie brechen werde.

 

König Leon lud alle zu einem Fest ein, dass noch am selben Abend stattfinden sollte. Er wollte feiern, dass sein Sohn wieder heil zuhause angekommen war. Henry freute sich und sagte seinem Vater, dass er gerne jemanden bestimmten einladen wollte. „Wem würdest Du denn gerne einladen Henry?“ Wollte König Leon wissen. „Das Einhornmädchen.“ Erwiderte der Königsohn. Dann fügte er noch hinzu: „Das Einhornmädchen will übrigens eine Menschenprinzessin werden.“ „Mal sehen, was sich machen lässt.“ Sagte König Leon und befahl Henry, dass er in seine Gemächer gehen sollte, um sich dort für das Fest schön zu machen. Der Prinz gehorchte und ging.

 

Nachdem Prinz Henry weggegangen war, unterhielt sich König Leon mit seinem Freund, dem Zauberer Heileros und sagte: „Ich würde meinem Sohn ja gerne seinen Wunsch erfüllen. Ich will ihn aber heute nicht noch einmal alleine in den Wald schicken. Mein Freund, würdest Du für meinen Sohn das Einhornmädchen suchen und es ins Schloss mitnehmen?“ Natürlich, dass mache ich doch gerne!“ erwiderte Heileros. Dann sagte er noch: „Na und vielleicht geht der Traum des Einhornmädchens heute auch noch in Erfüllung.“ „Dann musst Du aber auch mit dem Leittier der Einhornherde sprechen, ob das für die Herde auch in Ordnung wäre.“ Sagte König Leon. „Mache Dir keine Sorgen Leon. Das erledige ich alles.“ Beruhigte Heileros. Dann verabschiedete sich Heileros von König Leon, denn er wollte sofort in den Wald aufbrechen, um das Einhornmädchen zu holen.

 

Heileros fand die gesamte Herde bei der Einhornlichtung. Beim Gespräch mit der Herde stellte sich heraus, dass die ganze Herde vom Wunsch des Einhornmädchens Safija wusste. In der Einhornherde waren sich alle einig, dass man es einerseits schade finden würde, wenn Safija weg wäre, aber andererseits würden sich alle für Safija freuen, wenn ihr Wunsch in Erfüllung gehen würde. Allen voran würde sich natürlich das Leiteinhorn freuen, besonders deswegen, weil es die Mutter des kleinen Einhornmädchens war. Nach diesem Gespräch sprach Heileros die Einladung zum Fest für Safija aus. Safija hüpfte fröhlich wiehernd auf und ab und sagte: „Ja! Ich will gerne ins Schloss zum Fest gehen! Außerdem will ich den Prinzen und Zauberlehrling wieder sehen!“ „Na dann komm mit!“ Sagte Heileros und streichelte das Einhorn. Safija verabschiedete sich von seiner Mutter und der Herde. Dann ging sie mit Heileros in Richtung Schloss. Heileros erzählte Safija, dass Henry sie eingeladen hatte. Das Einhorn freute sich sehr darüber.

 

Für das Fest fertig aufgeputzt kam der Prinz wieder in den Salon. „Nanu? Niemand da? Ach, die machen sich wohl auch alle schön fürs Fest. Ob Safija wohl kommen wird?“ Solche Gedanken gingen Henry durch den Kopf. Er setzte sich auf einen Stuhl, rutschte aber nervös auf dem Sitz hin und her.

 

König Leon wartete vor dem Schloss auf seinen Freund Heileros. Ein paar Minuten später kam dieser auch schon mit Safija auf den König zu. Das Einhorn versuchte so gut wie möglich einen Knicks zu machen und begrüßte König Leon. König Leon ging auf Safija zu und sagte: „Herzlich willkommen, liebes Einhornmädchen Safija! Mein Sohn erwartet Dich sicher schon.“

 

Nachdem sich König Leon und Safija begrüßt hatten, gingen alle 3, also König Leon, Safija und Zauberer Heileros ins Schloss. Sie fanden Prinz Henry im Salon. Der Königsohn begrüßte alle 3 und besonders Safija sehr herzlich.

 

Das Fest begann und es war ein schönes Fest. König Leon und Zauberer Heileros gaben Henry die offizielle Erlaubnis, das Einhorn Safija in eine Prinzessin zu verwandeln. „Willst Du, dass ich Dich in eine Menschenprinzessin verwandle?“ wollte Henry von Safija wissen. „Ja gerne! Es ist für mich eine Ehre, von Dir verwandelt zu werden.“ Sagte Safija lächelnd. Plötzlich sah das Einhorn, wie seine Einhornmutter, das Leittier der Herde in den Festsaal getrabt kam. Sie wollte sich die Verwandlung ihrer Tochter nicht entgehen lassen.

 

Dann war der große Moment gekommen. Die Musik hörte auf zu spielen und König Leon trat auf die Bühne, um seinen Sohn anzukündigen. Er sagte: „Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Festgäste! Heute erleben Sie das erste Mal, wie mein Sohn, Prinz Henry von Friedensreich einen Zauber durchführt. Mein Sohn, komm jetzt bitte mit dem Einhornmädchen Safija auf die Bühne!“ Henry und Safija traten auf die Bühne. Die Einhornmutter stellte sich ganz nah zur Bühne, damit sie alles ganz genau sehen konnte. Es war ein sehr emotionaler Moment für sie. Überhaupt alle Augen waren auf den Prinzen und das Einhornmädchen Safija gerichtet. Henry richtete seinen Zauberstab auf Safija, murmelte eine Zauberformel und Safija war wenige Augenblicke später eine wunderschöne Prinzessin. Nach der Verwandlung waren Ausrufe wie: „Wow!“ oder Poah!“ zu hören und es gab Applaus. Henry küsste seine Prinzessin und verschwand mit ihr von der Bühne. Die Einhornmutter ging den beiden nach und als sie beim Tisch ankamen, fragte der Königsohn: „ Und, mein süßes Schätzchen, bist Du nun glücklich?“ „Ja mein Prinz!“ antwortete sie und küsste ihn auf die Wange. Die Einhornmutter betrachtete ihre zum Menschen gewordene Tochter lange und sagte: „Du bist so eine wunderschöne Prinzessin mein Kind! Ich hoffe, dass Du mit Deinem Prinzen immer und ewig glücklich sein wirst und ich werde Dich stets als mein Einhornkind in Erinnerung behalten das verspreche ich Dir.“ „Danke Mama! Ich werde Dich auch immer als meine liebevolle Einhornmutter in Erinnerung behalten.“ Sagte das Mädchen. Und während sie dies sagte und ihre Mutter umarmte, kullerten ein paar Tränen aus ihren Augen. Henry nahm Safija in den Arm, um sie zu trösten. Die Einhornmutter wollte den Abschied nicht noch schwerer machen, deshalb beschloss sie, den Festsaal schnellstmöglich zu verlassen.

 

Nach dem Fest wurden Prinzessin Safija Gemächer zugewiesen, die sich ganz in der Nähe der Gemächer des Prinzen befanden. Natürlich bekam sie auch eine Zofe und Dienerinnen. Sie alle hatten die Aufgabe, sich um die Prinzessin zu kümmern. Zum ersten Mal schlief Prinzessin Safija nun in einem richtigen Bett und war froh, dass ihr Wunsch endlich in Erfüllung gegangen war.

 

Die Jahre vergingen und Prinzessin Safija hatte sich ans Menschsein und an das Leben im Schloss gewöhnt. Gleich nach Abschluss seiner Zauberlehre heiratete Prinz Henry seine Prinzessin und bestieg den Thron seines Vaters. Prinz Henry wurde zu einem gutmütigen König, genau wie sein Vater einer war. Und Safija war eine gutmütige Königin, die ihren Mann, König Henry wo es nur ging unterstützte. Sie lebten alle glücklich und zufrieden miteinander.

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